Blühstreifen in Hildrizhausen - "Ohne Regen geht nichts"

Der Naturführer Rainer Wolf hat in Hildrizhausen eine Blühfläche für Insekten angelegt - jetzt muss es nur noch regnen

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    Landwirt Martin Horrer (links) und Naturführer Rainer Wolf haben zusammen einen Blühstreifen in Hildrizhausen angelegt Foto: red

Artikel vom 25. April 2020 - 08:00

Von Melissa Schaich

HILDRIZHAUSEN. Am Ortsrand in Hildrizhausen, in Verlängerung der Steinach-Straße, sprießt und blüht es bald. Der Naturführer für Schönbuch und Heckengäu, Rainer Wolf, hat mit Hilfe des Landwirts Martin Horrer eine Blühfläche angelegt, die als Lebensraum für Insekten dienen soll. Im Rahmen des Projekts "Blühender Naturpark" des Naturparks Schönbuch kam der gebürtige Hildrizhausener auf die Idee, Wildblumen anzupflanzen, um eine Lebensgrundlage für Insekten zu schaffen.

Zunächst versuchte der Naturführer, eine seiner Flächen in einen Blühstreifen zu verwandeln. Doch keine davon waren passend. Die Obstwiesen im Besitz der Familie gelten als Schutzgebiet und dürfen nicht mehr umgewandelt werden. "Dann habe ich Kontakt mit Martin Horrer aufgenommen", erzählt Rainer Wolf. Mit einem einfachen Flächentausch war das Problem schnell aus der Welt geschafft. "Die Lage ist optimal: Die Fläche liegt direkt am Schulweg der Kinder", erklärt der in Bondorf lebende Naturführer. Denn nicht nur für Insekten soll der Blühstreifen dienen: Auch die Jüngsten sollen von dem Projekt profitieren. Deshalb erarbeitete Rainer Wolf das Konzept "Grünes blühendes Klassenzimmer", das er zusammen mit dem Naturpark Schönbuch auch in Klassenzimmer und Kindergärten bringen wollte. Doch das Coronavirus hatte andere Pläne. "Es wäre schön, wenn die Kinder sehen könnten, was da alles wächst, welchen Lebensraum eine solche Wiese bietet und die Zusammenhänge der Natur erkennen", erklärt er weiter. Doch der Frühling schreitet voran und damit auch die Pflanzzeit. Zusammen mit seiner Tochter säte er die Wildblumenwiese, auf der bald bis zu 15 verschiedene Pflanzen keimen sollen. "Aber ohne Regen geht nichts", fügt Rainer Wolf hinzu. Nach der Krise soll das Projekt jedoch weitergeführt werden, sodass die Kinder einen Zugang zur Natur bekommen.

Wichtig ist ihm auch, dass der Blühstreifen über einige Jahre hinweg gepflegt wird. "Insekten überwintern zumeist im Boden", erklärt er. Wenn nun ein Blühstreifen im nächsten Jahr umgesiedelt wird, würde den Insekten, die im Jahr zuvor angelockt wurden, wieder der Lebensraum entzogen.

Zwei Infotafeln stehen für Interessierte am Feld bereit und informieren über die Aktion "Blühender Naturpark".

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