Architekturwettbewerb für Herrenberger Fruchtkasten gestartet

Herrenberg schreibt Ideen-Wettstreit für bis zu 25 Planungsbüros europaweit aus

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    Mit ausladenden Dimensionen und prächtigem Fachwerk zwängt sich der Herrenberger Fruchtkasten in die Gässchen der Innenstadt. Jetzt soll er wiederbelebt werden Foto: KRZ/Archiv

Artikel vom 01. April 2020 - 14:54

HERRENBERG (red). Mit der Zukunft des Fruchtkastens haben sich Bürgerschaft, Verwaltung und Gemeinderat in den vergangenen Jahren intensiv auseinandergesetzt. Nun hat die nächste Phase begonnen: Am 26. März ist der EU-weit ausgeschriebene Architektenwettbewerb gestartet.

Über die Vergabeplattform "subreport" und das Amtsblatt der Europäischen Union können sich auch international renommierte Büros noch bis zum 27. April bewerben. Ursprünglich diente der 1683/84 erbaute Fruchtkasten in Herrenberg als Lager für den "Zehnt", also die Abgaben des landwirtschaftlichen Ertrags an die Herrschaft. Der Herrenberger Fruchtkasten steht unter Denkmalschutz und wurde errichtet, indem ein Teil der Stadtmauer sowie der alten Kelter überbaut wurde. Nachträglich wurde an der Südostecke des Gebäudes ein mit Schießscharten versehener Beobachtungserker zur Stadtverteidigung angebracht. Im Fachwerkbau ist ein romanischer Steinbau aus dem 13. Jahrhundert, den Gründungsjahren der Stadt, erhalten.

Nachdem der Zehnt im Jahre 1851 abgeschafft wurde, erwarb die Stadt das stattliche Gebäude, das lange Zeit überwiegend als Lagerraum genutzt wurde. Das Gebäude wurde in kleinere Raumeinheiten unterteilt vermietet. Seit 1998 befindet sich - neben den Lagerräumen - eine kleine, stadtgeschichtliche Ausstellung im Erdgeschoss, die bis Februar 2020 einmal monatlich besucht werden konnte. Nach deren Schließung für die Öffentlichkeit wurde damit begonnen, die Sammlung und weitere Gegenstände von einer Bauforscherin und Archäologin katalogisieren zu lassen, die dazu jedes Exponat fotografiert, vermisst und beschreibt. Diese Daten sind für eine mögliche spätere Ausstellung wichtig. Auch ein Holzschutzgutachter ist im Fruchtkasten tätig, der die Beschaffenheit der Holzkonstruktion bewertet. Das Obergeschoss wird derzeit noch durch eine Theatergruppe genutzt.

Mit der Zukunft des Fruchtkastens beschäftigten sich Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung schon seit langem: Im Oktober 2018 fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur "Sanierung und Revitalisierung" des historischen Gemäuers. Im Dezember 2019 dann wurde die Stadtverwaltung ermächtigt, das Büro "kohler grohe architekten" zu beauftragen, einen beschränkten Wettbewerb mit bis zu 25 Teilnehmenden durchzuführen - seit dem 26. März ist dieser nun gestartet: Architekten und Ausstellungsgestalter haben jetzt bis zum 27. April Zeit, sich online zu bewerben.

Die Ausführung des Wettbewerbs erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der städtischen Projektstelle, bei der die Architektin Jessica Dubovski seit Oktober 2019 für die Sanierung des Fruchtkastens verantwortlich ist.

Die Auswahl der Wettbewerber erfolgt nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 28. April nach einem Punktesystem. Anschließend werden die Wettbewerbsunterlagen im Mai an die 19 geeignetsten Büros versandt. Sechs Teilnehmende wurden bereits vorab ausgesucht und angefragt. Voraussichtlich im Mai ist eine Besichtigung des Fruchtkastens für die Büros in der Endauswahl vorgesehen.

 

  Architektur- und Planungsbüros, die sich bewerben möchten, finden die Ausschreibsplattform im Internet unter http://www.subreport.de/E51487451.
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