DLRG-Ortsgruppe Herrenberg hat die Mitgliederzahlen in 20 Jahren auf 785 verdreifacht

Am Horizont taucht das neue Vereinsheim auf - DLRG Herrenberg gilt heute als stärkste Gruppe im Bezirk Glems-Schönbuch

  • img
    Vom Vorsitzenden Michael Gußmann und Marlena Maier (r.) für 25 Jahre bei der DLRG Herrenberg geehrt (v.l.): Nicole Matzner, Sara Selzer-Christ, Sarah Hätinger und Ulrike Schiller Fotos: red

Artikel vom 25. Februar 2020 - 17:42

HERRENBERG (red). "Unsere Mitglieder waren über 1300 Wachstunden ehrenamtlich im Herrenberger Kombibad und im Freibad Hildrizhausen im Einsatz. Die vielen Stunden, die unsere Mitglieder darüber hinaus geleistet haben, um das Angebot der DLRG zu verbessern, lassen sich kaum in Zahlen widerspiegeln. Das verdient einfach großen Respekt", sagt der Vorsitzende der DLRG- Ortsgruppe Herrenberg, Michael Gussmann, bei der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Herrenberg.

Mit dem Neubau des Vereinsheims haben die Rettungsschwimmer ein großes Kaliber vor der Brust. Vor zwei Jahren wurde mit der Planung begonnen. Zwischenzeitlich ist ein Grundstück in Gültstein gefunden beim Baugebiet "Unter dem langen Weg III" im Bogen der Marie-Curie-Straße.

"Finale Angebote liegen uns noch nicht vor", so der Vorsitzende. Weshalb auch der Finanzierungsbedarf noch nicht endgültig festgestellt werden kann. Grob überschlagen dürfte es aber wohl auf 1,3 bis 1,5 Millionen Euro hinauslaufen. "Dazu wird es eine außerordentliche Hauptversammlung geben", erklärt Ulrike Schiller, stellvertretende Finanzchefin und Schriftführerin in Personalunion. Das soll am Donnerstag, 2. April, der Fall sein.

"Zum ersten Mal haben wir exakt 100 Rettungsschwimmabzeichen Silber", berichtet Ausbildungsleiter Tobias Maier von Rekorden im Jugendschwimmen. Die Herrenberger bieten ihre Kombikurse für die Rettungsschwimmabzeichen auch Interessierten von außerhalb Herrenbergs an und messen seitdem die Entfernung des am weitesten angereisten Teilnehmers. Der bisherige Rekord aus Sylt wurde eingestellt. Der neue Rekordhalter kommt aus Portugal. Auch personell gab es eine Änderung, Julian Wilke wurde als neuer Ressortleiter fürs Rettungsschwimmen gewonnen.

Im Jugendschwimmen gibt es mit Jelena Schlanke eine neue Ressortleiterin. Als Pilotprojekt fand 2019 ein "Abzeichentag" statt, bei dem alle ein Jugendschwimmabzeichen absolvieren konnten. Neu am Start ist eine Gruppe für blinde Kinder.

Im Wasserrettungsdienst bildeten sich Einsatzkräfte am Breitenauer See und am Rhein fort, da Herrenberg über keinen See ausreichender Größe verfügt. Als neuer Wachführer qualifizierte sich Philipp Hörsch und als neuer Strömungsretter-Ausbilder Markus Schneider - als einer von nur 100 in ganz Deutschland.

Positives gibt es auch von der Mitgliederentwicklung zu berichten. Die DLRG ist auf jetzt 785 Mitglieder angewachsen. Das Durchschnittsalter liegt ist bei 21 Jahren. Schatzmeister Philipp Schiller konnte von ausgeglichenen Finanzen mit einem Plus von über 98 000 Euro berichten. Einerseits resultiert dies durch eine höhere Anzahl an Kursen und mehr Wachdienste am Beckenrand. Das Groß der Einnahmen kam allerdings durch Spenden für das neue Vereinsheim zustande.

Bei den Wahlen gab es eine Änderung im Vorstand. Die bisherige technische Leiterin im Einsatz, Jasmin Dengler, verlässt den Vorstand. Seit 2005 war sie aktiv im Vorstand als stellvertretende Jugendleiterin, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit und zuletzt als Leiterin Einsatz tätig. Markus Schneider wurde einstimmig als ihr Nachfolger gewählt. Ein Blumenstrauß in den Farben der DLRG, gelb und rot, wurde ihr zum Dank überreicht.

Jonathan Schäberle rettet Nichtschwimmerin vor dem Ertrinken

In seinem Grußworte dankte Stefan Metzing, Finanzbürgermeister von Herrenberg, welcher als Dezernent für das Bäderwesen verantwortlich ist, der DLRG für den Wachdienst sowie die große Palette an Angeboten für die ganze Bevölkerung. Der Einsatz der Ehrenamtlichen sei insbesondere deswegen wichtig, da immer mehr Kinder nicht schwimmen können und die DLRG diesem Trend entgegenwirkt. In der Ortsgruppe herrsche insgesamt ein toller Esprit, die Zusammenarbeit auch im Hinblick auf das neue Vereinsheim sei vertrauensvoll.

Auch Matthias Schöck, Bürgermeister von Hildrizhausen, war voll des Lobes, was die DLRG-Ortsgruppe alles auf die Beine stellt. In Hildrizhausen war die DLRG-Familie durch Beteiligung beim Dorffest, beim Dorfcafé und durch Aquafitness-Angebote sowie Rettungswachen im Freibad sehr präsent.

Reinhard Höhn, Vorsitzender des DLRG-Bezirks Glems-Schönbuch gratulierte, dass die Herrenberger das Kunststück geschafft habe, ihre Mitgliederzahl in den letzten 20 Jahren zu verdreifachen. Herrenberg gilt heute als die stärkste Ortsgruppe des Bezirks mit den meisten Aktivitäten.

Für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden Jana Horrer, Dennis Bauernfeind, Markus Ostertag, Tobias Vetter, Luisa Beßler, Anne Bettermann, Christoph Kreisel, Marvin Diederichs. 25 Jahre in der DLRG sind Nicole Matzner, Sarah Hätinger, Ulrike Schiller und Sara Selzer-Christ.

Für zehn Jahre außergewöhnliches Engagement in der Leitung und Kursplanung im Ressort Babyschwimmen wurden Birgit Görner und Martina Wiedmaier mit dem DLRG-Verdienstzeichen in Bronze geehrt. Eine besondere Auszeichnung für Hilfeleistung aus Lebensgefahr ging an Jonathan Schäberle: Er hatte eine Nichtschwimmerin im Herrenberger Hallenbad vor dem Ertrinken gerettet, die sich alleine am Beckenrand aufgehalten hatte und ins Wasser gestürzt war. Schäberle konnte sie bewusstlos aus dem Wasser bergen und ihr mit der Lagerung in stabiler Seitenlage das Leben retten.

Verwandte Artikel