Große Projekte stehen in Zukunft an

Nufringen bleibt auch im Jahr 2020 schuldenfrei - Investitionen für 3,2 Millionen Euro sind vorgesehen

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    800 000 Euro sind eingeplant für die Teilsanierung des alten Rathauses (rechtes Gebäude) F.: kru

Artikel vom 28. Januar 2020 - 18:12

Von Käthe Ruess

NUFRINGEN. Wünsche und finanzielle Möglichkeiten in Einklang bringen - das wird die Herausforderung für Verwaltung und Gemeinderat beim Etat für die Gemeinde in diesem Jahr. Diese Botschaft gaben Bürgermeister Ingolf Welte und Kämmerin Nadine Gerlach den Ratsmitgliedern bei der Haushaltseinbringung mit auf den Weg.

Der Entwurf des Zahlenwerkes sieht im Ergebnishaushalt Erträge in Höhe von rund 15,09 Millionen und Aufwendungen von rund 16,15 Millionen Euro vor - unterm Strich also ein Minus von 1,06 Millionen Euro. Die Personalkosten in Höhe von 5,15 Millionen machen - wie im Vorjahr - mit rund 32 Prozent den größten Posten bei den Aufwendungen aus. Größte Einnahmequelle für die Gemeinde bleibe nach wie vor der Posten "Steuern", der mit insgesamt rund 10,18 Millionen Euro rund zwei Drittel der Erträge ausmache, berichtete der Rathauschef in seiner Haushaltsrede.

Neben den Gemeindeanteilen an der Einkommens- und der Umsatzsteuer fallen auch die Gewerbesteuereinnahmen in diese Kategorie. Diese hat die Kämmerei für das laufende Jahr mit 3,8 Millionen Euro um 200 000 Euro niedriger angesetzt als noch 2019. Daraus könne man ableiten, dass die Gemeinde neue Gewerbeflächen brauche - nicht nur um bereits ansässige Firmen zu halten, sondern auch, um durch Neuansiedlungen die Steuereinnahmen zu erhöhen, erklärte Welte. Der Rathauschef betonte, dass Nufringen auch 2020 schuldenfrei bleibe, da die Kommune nach wie vor anstehende Investitionen aus der in der Vergangenheit angelegten Rücklage finanzieren kann: "Die Verwaltung warnt aber ausdrücklich davor, zu den Spendierhosen zu greifen!"

Die Rücklagen, die aktuell zum Ausgleich des Haushalts herangezogen werden könnten, seien endlich, unterstrich auch die Kämmerin. Wenn die Investitionen wie geplant vollzogen würden, würde sich die Rücklage um rund vier Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren verringern. "Damit werden die liquiden Mittel nahezu halbiert", merkt Nadine Gerlach in ihren Vorbemerkungen zum Haushalt. Nufringen habe eine sehr gute Infrastruktur in allen Bereichen "und das soll so bleiben", unterstrich das Gemeindeoberhaupt.

Dies heißt in Zahlen: Insgesamt sind für Investitionen 2020 rund 3,2 Millionen Euro vorgesehen. Allein für Baumaßnahmen wurden dabei für das laufende Jahr rund 2,04 Millionen Euro eingeplant - unter anderem 800 000 Euro für die Teilsanierung des alten Rathauses oder ein Planansatz von 133 000 Euro für die Erweiterung der Mensa, die direkt mit dem Neubau einer neuen dreigruppigen Kita zusammenhängt. Auch dafür ist eine Planungsrate in Höhe von 260 000 Euro in den Haushalt eingestellt.

4,64 Millionen Euro sind eingeplant

Diese Vorhaben sowie weitere größere Projekte werden nicht nur 2020, sondern auch in den Folgejahren finanzielle Auswirkungen haben. Soweit bekannt, wurden diese in Form von Verpflichtungsermächtigungen bereits im diesjährigen Haushalt abgebildet. Unterm Strich wurden so 4,64 Millionen Euro eingeplant. Unter anderem sind darin Kosten enthalten, die der Gemeinde bei der Ertüchtigung der B 14 entstehen dürften, in deren Zuge auch der Durchlass des Wehlinger Grabens unter der Straße als Maßnahme zur Hochwasserschutzverbesserung erweitert werden soll und gleichzeitig ein Ersatz für die bisherige Flüchtlingsunterkunft in der Rohrauer Straße geschaffen werden müsse, erläuterte Nadine Gerlach dabei bestehende Abhängigkeiten: "Wenn sie kommen, kommen alle zusammen."

Bei seiner nächsten Sitzung am Montag, 17. Februar, berät der Gemeinderat über bereits eingebrachte Anträge, die keinen Eingang in den Haushaltsentwurf gefunden haben, und bespricht noch nachgereichte Anträge, bevor der Etat am 23. März endgültig beschlossen wird.

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