Waldenbuch: Die Hälfte der Nachwuchskräfte bleibt der Feuerwehr treu

Harmonische Hauptversammlung bei den Floriansjüngern von Waldenbuch - Andreas Bühler für 40 Dienstjahre geehrt

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    Andreas Bühler wird durch Kommandant Kayser und den Kreisvertreter Finkbeiner für 40 Jahre im Dienst der Waldenbucher Feuerwehr mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet (v.l.) Foto: red

Artikel vom 20. Januar 2020 - 17:06

WALDENBUCH (red). Harmonisch und ohne große Aufregung verlief die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr von Waldenbuch am Freitag im Spritzenhaus.

Kommandant Albert Kayser blickte zurück auf viele Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür, an dem das neue Löschfahrzeug 20 übergeben worden war, die Leistungsabzeichenabnahme bei "Kayserwetter" im Juni und das Sommerferienprogramm mit Kindern. Nicht zu vergessen die Hauptübung am Rathaus Ende September. Grundausbildungen für junge Feuerwehrleute wurden im November durchgeführt und stehen im Februar wieder an. Hier bringen sich einige Waldenbucher Kameraden als Kreisausbilder mit ein. Weiterer Höhepunkt war der Besuch einer Waldenbucher Abordnung beim 150-Jahr-Jubiläum der Feuerwehr in der Partnerstadt Mylau.

Insgesamt brachten es Waldenbuchs Floriansjünger auf 748 Einsatzstunden bei 62 Einsätzen und 1272 Übungsstunden. Bereit stehen sie an sieben Tagen in der Woche - so auch am ersten Weihnachtsfeiertag, als es morgens im Hallenbad zu einem Wassereinbruch kam. Unfälle auf der B 464 zeigen immer wieder, dass neben der Beherrschung der technischen Hilfeleistung auch die Einsatzkräfte-Nachsorge ein wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit ist - was in Waldenbuch durch ein Mitglied des Kreis-Nachsorge-Teams fest verankert ist.

Die aktive Wehr ist 69 Köpfe stark, bei der Jugendfeuerwehr mischen 15 Mitglieder mit und zur Altersabteilung gehören 13 Mitglieder. Drei Austritten stehen vier Neuzugänge gegenüber. Der Digitalfunk soll 2020 flächendeckend eingeführt werden. Fortgeschrieben werden muss auch der Feuerwehrbedarfsplan. Bestens bestellt ist die Kasse, die mit leichtem Plus schließt.

In gewohnt humorvoller Form blickten Robert Klein und Walter Keck auf die Umtriebe der Altersabteilung zurück. Mirijam Meier, Leiterin der Jugendfeuerwehr, berichtete von zwei Übernahmen in die Einsatzabteilung. Seit Gründung der Jugendabteilung im Jahr 2000 konnten somit von 90 Jugendlichen 44 für die aktive Wehr gewonnen werden: Ein stolzer Satz von 50 Prozent, der den Erfolg dieser Rekrutenschule für den Feuerwehrnachwuchs dokumentiert. Gemeinsam mit Steinenbronn hatten die Waldenbucher jungen Recken die Leistungsspange abgelegt. Die Jahresabschlussübung bei Ritter Sport forderte die Jugendlichen wegen schlechtem Wetter.

Feuerwehr lebt Grundwerte vor

Bürgermeister Michael Lutz übermittelte der Wehr, die in einer "Topverfassung" sei, den Dank der Bürgerschaft. Aus seiner Sicht funktioniere die demokratische Gesellschaft nur mit Hilfe der Werte, die durch die Rettungskräfte vorgelebt würden. Dabei werde die Gefahrenabwehr an sich immer komplexer. Lutz kritisierte vehement Äußerungen aus Teilen der Bevölkerung, die wenig Verständnis für den hohen Einsatz der Feuerwehrleute aufbrächten. Ein Übungszentrum für die Feuerwehren im Landkreis anzusiedeln, macht für Lutz Sinn. Wer nicht trainiere, bestehe auch im Ernstfall nicht.

Wolfgang Finkbeiner von der Feuerwehr Sindelfingen überbrachte die Grüße des Landratsamtes, des Kreisbrandmeisters und der Kreisfeuerwehr-Vorsitzenden. Das Fundament der Feuerwehr, so Finkbeiner, werde auf örtlicher Ebene gelegt und sei geprägt von einer Kameradschaft und einem guten Miteinander mit der Verwaltung und dem Gemeinderat. Sei diese Basis intakt, ließen sich auch Großschadenslagen über Ortsgrenzen hinweg bewältigen. Die zentrale Übungsanlage des Landkreises dürfe daher auch nicht als Ersatz für die örtliche Fortbildung und die Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule missverstanden werden.

Für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Stefan Fichtner und Martin Wolf ausgezeichnet; sie erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze. 25 Jahre im Rettungsdienst ist Michael Klein - dafür gab's Silber. Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft erhielt Andreas Bühler das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold. Kommandant Kayser ließ es sich nicht nehmen, einige Stationen aus dem "Feuerwehrleben" seines Vorvorgängers - Bühler war Kommandant von 1998 bis 2008 - und heutigen Schriftführers in Wort und Revue passieren zu lassen.

Das Grußwort für die "Blaulicht-Organisationen" kam von Stefan Turata, dem Kommandant der Steinenbronner Wehr. Er ging in einer humorvollen Anspielung auf das Necken zwischen den Wehren ein, konnte aber von einer hervorragenden Zusammenarbeit in vielen Bereichen berichten.

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