AfD-Gegendemo in Herrenberg: Laut, aber friedlich

Antifa-Gruppen demonstrieren vor dem Herrenberger Klosterhof gegen einen Bürgerdialog der AfD und rufen zum Kampf gegen Faschismus auf - Die Polizei muss nur einmal einschreiten

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    Demonstranten in der Herrenberger Bronngasse: Polizei hatte mit mehr gerechnet Foto: SDMG

Artikel vom 19. Januar 2020 - 14:30

HERRENBERG (red/jps). Vor dem Herrenberger Klosterhof in der Bronngasse verlief eine Anti-AfD-Demonstration linker Gruppen zwar laut, aber weitgehend friedlich. Die AfD hatte ihren Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier für Freitag um 18 Uhr zu einem Bürgerdialog eingeladen. Titel der Veranstaltung: Die UN-Agenda 2030 und die deutsche Flüchtlingspolitik. Die Antifaschistische Aktion Herrenberg, das Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region solidarisierten sich gegen die AfD und hatten für 17 Uhr zu einer Demonstration vor dem Veranstaltungsort aufgerufen.

Die Polizei war mit 70 Einsatzkräften vor und im Gebäude vor Ort. Pünktlich um 17 Uhr rückten die Antifa-Gruppen vom Bahnhof her an und skandierten gegen die Rechtspopulisten. Nach Angaben der Polizei fanden sich insgesamt rund 100 Personen zusammen, aufgeteilt in je 50 von der Antifaschistischen Aktion Herrenberg und dem Bündnis Herrenberg bleibt bund. Ein Sprechchor lautete: "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda", auf einem Transparent stand "AfD einheizen - ist doch klar! Antifa ist Klimaschutz!"

Polizei muss die beiden Gruppen getrennt halten

Als die Antifa-Demonstranten zum Bündnis Herrenberg bleibt bunt aufschließen wollten, schritt die Polizei ein und hielt die beiden Gruppen getrennt. Außerdem wurde ein Versuch der Antifaschisten verhindert, zur AfD-Veranstaltung ins Gebäude zu gelangen. Vereinzelt kam es zu Wortgefechten mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier. Die Polizei gibt als Mitgliederzahl der AfD-Veranstaltung 30 Personen an. Der Zugang zu dem Bürgerdialog wurde von einem privaten Sicherheitsdienst geschützt. Das vergleichsweise hohe Polizeiaufgebot von 70 Kräften begründen die Gesetzeshüter mit der Befürchtung, dass es zu schwereren Auseinandersetzungen kommt. Deshalb waren auch Beamte der Bereitschaftspolizei vor Ort, um eingreifen zu können.

Zuvor fanden AfD-Treffen in der Gaststätte "Kronawirt" in Herrenberg-Gültstein statt. Sie waren ebenfalls Ziel von Protesten antifaschistischer Gruppen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Pfefferspray einsetzte. Außerdem wurde eine Fensterscheibe des Lokals eingeworfen. Der AfD-Ortsverband Herrenberg verlegte die Veranstaltung von Samstag daher in den Klosterhof, ein städtisches Domizil.

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