Werner Reutter und Jabbar Karim sammeln weiter für Flüchtlinge in Nordirak

Hilfsgüter für das Allernotwendigste

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    Werner Reutter aus Gültstein verteilt Schokoladen und Kinderbibeln an Kinder im Flüchtlingslager von Erbil, Nordirak Foto: red

Artikel vom 10. Dezember 2019 - 15:24

HERRENBERG/ERBIL (red). Regelmäßig reisen die Herrenberger Jabbar Karim und Werner Reutter mit Hilfsgütern in den nördlichen, kurdischen Teil des Iraks, um Flüchtlingen dort mit dem Allernotwendigsten auszuhelfen. Jetzt waren die beiden wieder an ihrem Bestimmungsort.

Der 21. Lastzug mit Hilfsgütern ist nach sechstägiger Zwangspause an der türkisch-irakischen Grenze gut angekommen. "Die Zöllner stuften die Rollstühle und Rollatoren als medizinische Geräte ein, so dass wir große Schwierigkeiten bekamen da alles, was medizinisch ist, extra deklariert werden muss", berichtet Werner Reutter.

Die Nähmaschinen wurden an die Christen, die in dem großen Erbiler Kaufhaus oben einquartiert sind, abgegeben. Der größere Teil kam in die Nähschule im Lager Khanke, die durch das Herrenberger Engagement einst eingerichtet werden konnte. Die Verteilung der übrigen Hilfsgüter im Zeltlager Bardarasch habe mit Hilfe von Jabbar Karim und der Hilfsorganisation Barzani-Foundation gut geklappt, teilt Reutter weiter mit. In diesem Lager befinden sich jetzt zirka 40 000 Flüchtlinge, die in Nordsyrien von Erdogans türkischer Armee gewaltsam vertrieben wurden.

Nachts sinken die Temperaturen auf den Gefrierpunkt

"Für diese Menschen sind die Hilfsgüter eine große Hilfe. Jetzt hat es nachts nur noch 0 Grad und ohne genügend Heizmaterial herrscht ein schreckliches Elend. Man kann nur beten, dass Gott einmal eingreift."

Von Pfarrer Franz Pitzal, der die Renninger Krippenkirche jedes Jahr aufbaut, sind auch viele Hilfsgüter gesammelt worden. Am 4. Februar 2020 werden Werner Reutter und Pfarrer Franz Pitzal gemeinsam nach Erbil fliegen und Geld an die Waisenkinder, die am schlimmsten dran sind, verteilen; auch über Schokolade und eine Kinderbibel freuen sie sich sehr.

"Es ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein bei 1,5 Millionen Flüchtlingen in den Zeltlagern, 17 000 Vollwaisenkindern und 200 000 Halbwaisen entstanden durch das katastrophale Handeln des Islamischen Staats", teilt Werner Reutter mit.

Seinem Bericht schließt er einen Dank an für die seitherige Hilfe und eine Aufforderung, in der Spendenbereitschaft nicht nachzulassen. Ab 15. Dezember könne in Malmsheim unter dem Motto "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen" etwas in Pfarrer Pitzals Spendentopf getan werden.

  Über das Spendenkonto der evangelischen Kirche in Gültstein kommen Hilfsgelder direkt vor Ort im kurdischen Teil des Iraks an, Stichwort "Irakische Flüchtlingshilfe". Für eine Spendenbescheinigung ist die genaue Anschrift zu vermerken: Kreissparkasse Böblingen, IBAN: DE 42 60 350 13 0000 100 3343, Volksbank Herrenberg, IBAN: DE 81 60 39 131 000 75958007.
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