Wie in Waldenbuch aus einem Stück Müll ein Ausstellungsstück wird

Passend zur Sonderausstellung "Adieu Plastiktüte": Neue Präsentation "Mein Stück Alltag" im Museum der Alltagskultur Waldenbuch

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    Das Museum der Alltagskultur erzählt die Geschichte der Plastiktüte; jetzt kommen noch Vitrinen im Museumseingang dazu, die der Böblinger Abfallwirtschaftsbetrieb bestückt Foto: Schlecht

Artikel vom 08. November 2019 - 15:48

WALDENBUCH (red). Aktuell ist im Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch, die Sonderausstellung "Adieu Plastiktüte" zu sehen. In der Eingangsgalerie des Museums mit den Vitrinen "Mein Stück Alltag" zeigen nun ab Sonntag, 10. November, Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs vom Landkreis Böblingen Objekte zum Thema Recycling und Mülltrennung.

Wie gehen Profis mit den Abfällen der Wegwerfgesellschaft um? Was bedeuten Nachhaltigkeit, Recycling und Mülltrennung konkret in ihrem Berufsalltag? Die Präsentation ist das Ergebnis eines Kooperationsprojekts des Museums mit Beschäftigten des Abfallwirtschaftsbetriebs in Böblingen. Ein Mitarbeiter aus dem Bereich "Kundenservice und Information", zwei Mitarbeiter des Wertstoffhofs Waldenbuch-Steinenbronn sowie eine Lkw-Fahrerin und ein Lader der Müllabfuhr stellen für die Vitrinen im Museumsfoyer Gegenstände zur Verfügung und erzählen dazu jeweils persönliche Geschichten.

Wie bei den vorherigen Projekten zu "Mein Stück Alltag", etwa mit Alleinerziehenden oder mit Angehörigen von Pflegeberufen, wird so der Arbeitsalltag der Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs in Böblingen individuell beleuchtet. Vonseiten des Museums der Alltagskultur wird das Projekt durch Janette Helm, Wissenschaftliche Volontärin der Fachabteilung Populär- und Alltagskultur am Landesmuseum Württemberg, betreut. Für den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen koordiniert Kerstin Höchst, Teamleiterin Öffentlichkeitsarbeit, die Zusammenarbeit.

Bei der Eröffnung der Präsentation am Sonntag um 11 Uhr, sind viele Beteiligte im Museum der Alltagskultur anwesend. Um 12 und 15 Uhr führt Kurator Frank Lang durch die Sonderausstellung "Adieu Plastiktüte!", die am 26. Oktober eröffnete (die KRZ berichtete). Er stellt besondere Beispiele, aber auch verblüffende und verstörende Fakten rund um das umstrittene Alltagsding vor (Teilnahmebeitrag: 3/2 Euro). Der Eintritt zu beiden Ausstellungen ist frei.

Die Ausstellung "Adieu Plastiktüte" präsentiert Beispiele aus einer umfangreichen Sammlung von rund 50 000 Plastiktüten. Nicht nur der kulturhistorische Aspekt mit flotten Tüten-Designs und Werbesprüchen steht im Fokus, auch die Umweltproblematik wird beleuchtet. Seit 1965 hat sich die Tüte zur allgegenwärtigen Begleiterin unseres Konsumverhaltens entwickelt. Inzwischen gilt sie als Inbegriff der Wegwerfgesellschaft. Riesige Plastikstrudel auf den Weltmeeren führen dazu, dass sie sich allmählich aus unserem Alltag zu verabschieden beginnt.
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