Riesenandrang bei Ausbildungsmesse in Holzgerlingen

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    Nobel-Hobel: Am Stand der Tischler und Schreiner dürfen die jungen Messebesucher unter Anleitung selbst Handanlegen Foto: Stefanie Schlecht

Die Türen gingen auf und der Ansturm los. Um halb zehn am Samstag begann die Interkommunale Bildungsmesse Schönbuch (IBIS) in der Holzgerlinger Stadthalle und sofort nach der Begrüßung durch Bürgermeister Ioannis Delakos waren die Stände der 53 Aussteller dicht umlagert.

Artikel vom 20. Oktober 2019 - 15:54

Von Holger Schmidt

HOLZGERLINGEN. Fast 1500 Besucher - Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht - kamen in gut drei Stunden, um sich über mehr als 100 Ausbildungsberufe zu informieren oder einem der insgesamt neun spannenden Vorträge zu lauschen. "Das Interesse der Jugendlichen und ihrer Eltern ist riesengroß, ich bin sehr zufrieden", fasste Organisatorin Dagmar Radler vom Waldhaus-Jugendreferat Holzgerlingen die gelungene Veranstaltung zusammen.

Es war bereits die 21. Auflage der traditionellen Ausbildungsmesse, die 14. gemeinsame der Gemeinden auf der Schönbuchlichtung und die dritte unter Ägide von Dagmar Radler. Beteiligt sind die Kommunen Altdorf, Hildrizhausen, Holzgerlingen, Schönaich, Waldenbuch und Weil im Schönbuch. 1500 Messekataloge hatten Radler und ihre Mitstreiter vom Waldhaus im Vorfeld an alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht auf der Schönbuchlichtung verteilt. Mit Erfolg wie die noch einmal deutlich angestiegene Resonanz gegenüber dem Vorjahr, als gut 1000 Besucher kamen, verdeutlichte. Besonders stolz war die Organisatorin aber auch auf einige neue Aussteller wie das Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ), die Planungsgruppe M+M AG (PGMM) und die SSC-Services GmbH aus Böblingen.

Obwohl das Interesse der künftigen Schulabgänger recht breit gestreut war, kristallisierten sich dennoch einige Schwerpunkte heraus. "Bei den Jungs ist nach wie vor der Kfz-Bereich ein Zugpferd", weiß Dagmar Radler und die große Besuchertraube am Stand der Daimler AG unterstrich das fast die ganzen dreieinhalb Stunden lang. Mechatroniker hatte dort auch Didar, 16-jähriger Zehntklässler der Berkenschule Holzgerlingen, seinen Wunschjob gefunden, während sein gleichaltriger Freund Mustafa doch mehr zum Sozialversicherungsfachangestellten tendierte.

"Ich habe definitiv was gefunden"

Bei Lilly (15) war's die Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Kreissparkasse, die sie überzeugte. "Ich habe definitiv was gefunden", strahlte Michelle, Zehntklässlerin am Schönbuch-Gymnasium, ebenso wie ihr Begleiter Aaron über die Entdeckung des Berufes als Rechtspflegerin beim Amtsgericht Böblingen mit der Möglichkeit eines dualen Studiums. Ihre ebenfalls 15-jährige Klassenkameradin Anna dagegen liebäugelt mit einer Ausbildung bei der heimischen Alamannen-Apotheke. Und auch die Angebote weiterführender Schulen oder im medizinischen Bereich liegen bei vielen jungen Leuten offensichtlich im Trend.

Azubis beraten mögliche Nachfolger

Das große und vor allem sehr intensive Interesse der Besucherinnen und Besucher bestätigten viele Azubis, die an den Ständen ihre möglichen Nachfolger gern berieten. "Es macht Spaß den Leuten Tipps zu geben und zu helfen", sagte Luca Thiessel, gemeinsam mit André Geißler am Stand von Elektro-Breitling. "Es hat sich gelohnt", konnten sich Jennifer Bencivenga und Finn Feiler vom Sindelfinger Garten- und Landschaftsbauer Karl Walker über mangelnde Nachfrage ebenfalls nicht beklagen.

"Das Interesse am Handwerk ist mehr als zuvor, die jungen Besucher haben sich gezielt vorbereitet", stieß Dieter Berner ins gleiche Horn. Der Holzgerlinger Raumausstatter muss es wissen, schließlich ist er bei der IBIS von Anfang mit von der Partie. "Angenehm überrascht", zeigte sich auch Manuela Bihlmaier von der Holzgerlinger Bäckerei Wanner. "Es waren einige mit intensivem Interesse da", freute sie sich, "nächstes Jahr sind wir 100prozentig wieder dabei.

In der Holzgerlinger Stadthalle ebenfalls nicht fehlen durfte zum zweiten Mal nach 2018 die Aktion "Ausbildungsbörse für Alle". Damit will der Landkreis Böblingen einerseits Menschen mit Behinderung helfen und andererseits dazu beitragen, dass deren Potential für die heimische Wirtschaft genutzt werden kann.

Landrat Roland Bernhard lobte das Engagement von Bürgermeister Ioannis Delakos für diese Aktion: Dank seiner direkten Ansprache konnte die Teilnehmerzahl der "Ausbildungsbörse für Alle" von vier auf neun besonders gekennzeichnete Stände bei der IBIS mehr als verdoppelt werden.

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