Gemeinsame Übung der Feuerwehren Hildrizhausen und Altdorf

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    Von allen Seiten nehmen die Feuerwehrleute von Hildrizhausen und Altdorf das Haus in die Zange
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    Die Bevölkerung zeigt reges Interesse an der Jahreshauptübung Fotos: Holger Schmidt

Artikel vom 20. Oktober 2019 - 15:54

Von Holger Schmidt

HILDRIZHAUSEN. Trotz Dauerregens kam sehr zur Freude der Beteiligten sogar eine erkleckliche Zahl an Zuschauern, darunter nicht wenige Kinder. An einem Abbruchhaus im Ortskern übte die Feuerwehr Hildrizhausen am Samstagnachmittag gemeinsam mit den Kameraden aus Altdorf den Ernstfall. Fünf Personen mussten aus einem "brennenden" Gebäude gerettet werden. Mit Erfolg! Sehr zufrieden mit seiner Wehr zeigte sich Bürgermeister Matthias Schöck und lobte auch die Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde: "Das funktioniert hervorragend, da sind wir als Kommune froh drum."

"Die Leute kommen an ihre Reserven", ahnte Kommandant Axel Fischer schon vorher, dass die diesjährige Hauptübung kein Zuckerschlecken sein würde. Er verfolgte als fachkundiger Beobachter zusammen mit Bürgermeister Matthias Schöck das Geschehen, während sein Stellvertreter Martin Stoll als Einsatzleiter der rund 35 Feuerwehrleute, darunter vier Frauen, fungierte. Um kurz nach halb fünf lief der Alarm auf dem Feuerwehrhaus auf. Brand mit großer Rauchentwicklung in der Hölderlinstraße, außerdem mehrere zu rettende Personen - Mimen aus den Reihen der eigenen Jugendfeuerwehr - im Haus vermutet.

Das angenommene Szenario: Schlecht verlegte Kabel und überhitzte Elektroheizkörper hatten einen Schwelbrand verursacht, simuliert durch viel Rauch aus der Disco-Nebelmaschine. Außerdem drohte das Feuer auf Nachbargebäude überzugreifen. Zusätzliche Schwierigkeit: Die enge Straße beeinträchtigte die volle Entfaltung der Rettungskräfte. "Solch einen Klassiker kann man nicht oft genug üben", weiß auch Matthias Schöck.

Doch schon kurze Zeit später war erst der Einsatzleitwagen und dann weitere drei Löschfahrzeuge vor Ort. Zimperlich vorgehen mussten die Feuerwehrler, die nach und nach unter Atemschutz und von den Kameraden gesichert das Gebäude betraten, nicht. Gehört es doch praktischerweise dem Sohn von Kommandant Axel Fischer und wird kommendes Wochenende ohnehin abgebrochen. So konnten mit Brechwerkzeug vorher eigens verschlossene Türen geknackt werden, auch wenn sie dabei buchstäblich aus den Angeln flogen. Während hinten die Kameraden aus Altdorf mit einer Riegelstellung ein Übergreifen der Flammen verhinderten und dadurch auch manchmal die Zuschauer auf der anderen Seite unbeabsichtigt eine Dusche abbekamen, orteten andere in Rauch und Dunkelheit mit der Wärmebildkamera bereits nach fünf Minuten die ersten Vermissten.

Einer nach dem anderen wurden die Opfer ins Freie geführt, wo sich im Ernstfall das diesmal nicht mit alarmierte DRK um sie gekümmert hätte. Und auch die Drehleiter aus Herrenberg, bei solchen Einsätzen obligatorisch, blieb diesmal in der Garage. "Im Mittelpunkt standen Löschangriff und Menschenrettung unter Atemschutz", verdeutlichte der Kommandant. Das klappte umso besser. "Ich bin zufrieden, man kann nicht meckern", fasste Einsatzleiter Stoll nach einer guten halben Stunde zusammen. Nach Aufräumen und Einpacken, Resümee und Manöverkritik ließen sich die samt und sonders ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer das mittlerweile im Feuerwehrhaus von der Altersgruppe aufgebaute Vesper bestens schmecken.

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