100 Eichen schlagen am Weilerberg Wurzeln

Landkreis beteiligt sich an landesweiter Pflanzaktion "Mein Baum fürs Land"

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Artikel vom 09. Oktober 2019 - 15:24

WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Im Rahmen der landesweiten Aktion "Mein Baum fürs Land" pflanzte Landrat Roland Bernhard gemeinsam mit zahlreichen Interessierten 100 Eichen im Waldgebiet Weilerberg bei Weil im Schönbuch. "Es geht darum, ein Signal zu setzen, dass jeder etwas tun kann, um sich für die Natur und unsere Kulturlandschaft einzusetzen", so der Landrat. "Die Eiche ist typisch für unsere Region und passt deshalb gut in unseren Wald."

Über die Presse und soziale Medien war zu der Aktion aufgerufen worden, jeder konnte mitmachen. Roland Bernhard zeigte sich erfreut, dass es trotz schlechten Wetters einige Freiwillige, darunter auch Kinder, gab, die an der Pflanzung mitwirkten. Die Helfer halfen begeistert mit, die jungen Eichen in den Boden zu bringen.

Der Wald ist das wirksamste Mittel gegen den Klimawandel. Und die Wahl der 100 neuen Bäume fiel auch nicht zufällig auf die Eiche. "Von dieser Baumart erhoffen wir uns, dass sie den Klimawandel gut übersteht", erklärt Reinhold Kratzer, Leiter des Amts für Forsten. "Eichen wachsen zwar langsam, aber an warmen und sonnigen Standorten. So können sie auch längere Phasen ohne Regen gut meistern. Sie bilden starke Kronen und Wurzeln aus, das macht sie so stabil." Zudem seien an der Eiche hierzulande wenige Schädlinge bekannt, die ernsthaft Probleme bereiten könnten.

"Wir entwickeln die Wälder schon seit den großen Stürmen der 90er Jahre hin zu klimatoleranten Beständen", erklärt Kratzer weiter. "Dieser kontinuierlichen Arbeit ist es zu verdanken, dass sich die Schäden in Grenzen halten." Verglichen mit anderen Bundesländern und Regionen stehe der Großteil der Wälder im Landkreis Böblingen gut da. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Jagd. "Die Jagd muss sich den Bemühungen der Förster anpassen", erklärt der Forstdirektor. "Nur mit einem angepassten Wildbestand können wir einen stabilen Wald von morgen schaffen und erhalten."

Forstrevierleiter Daniel Berner, der für den Wald auf dem Weilerberg verantwortlich ist, erklärte eindrucksvoll, worauf es bei einer qualitativ hochwertigen Pflanzung ankommt: Auf eine standortgerechte Baumartenwahl, auf Herkunftssicherheit und gute Qualität des Pflanzguts, sowie auf eine große Sorgfalt bei der Pflanzung. Auf der Fläche am Weilerberg wird bewusst auf Wildschutzmaßnahmen verzichtet und stattdessen eine verantwortliche Mitwirkung des Jagdbetriebes eingefordert.

"Walderhalt ist eine generationenübergreifende Aufgabe", appellierte Landrat Bernhard. Mit der Eichenpflanzung am Weilerberg wurde ein sichtbares und wachsendes Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt.

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