Zuchtpferdeschau des Landesverbands Baden-Württemberg in Holzgerlingen

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    Hop, hopp, hopp . . . mit Stute und Fohlen auf der Reitanlage im Eschelbachtal Foto: Kaspar

Artikel vom 23. September 2019 - 18:00

Von Natalie Kaspar

HOLZGERLINGEN. Obwohl die Sonne an diesem Sonntagmittag höchstens einmal scheu zwischen den Wolken hervorlugt, sind die Tische und Bänke am Rande der Reitanlage im Holzgerlinger Eschelbachtal beinahe bis auf den letzten Platz besetzt.

Selbst auf der angrenzenden Wiese haben sich einige Zaungäste niedergelassen. Gedämpfte Musik schallt aus den Lautsprechern, alle Augen sind gespannt auf den Reitplatz gerichtet. Das Schnauben und Wiehern der Tiere liegt ebenso in der Luft wie der Staub, den ihre Hufe bei den Runden über den trockenen Platz aufwirbeln.

Zunächst einmal ist das kein ungewöhnliches Bild für die Anlage des Reit- und Fahrvereins Holzgerlingen. Allerdings trägt keines der Tiere einen Sattel und anstatt auf dem Rücken ihres Pferdes zu sitzen, traben die Reiter im Laufschritt neben ihnen über den Platz. Erst geht es im gemütlicheren Schritttempo im Kreis, anschließend dann auch zwei Runden im flotten Trab - und das alles, während das Richtergremium jede Bewegung der Pferde mit konzentrierten Blicken beobachtet.

Anstatt eines gewöhnlichen Turniers fand auf der Reitanlage in Holzgerlingen am vergangenen Sonntag die Zuchtpferdeschau des Landesverbands Baden-Württemberg statt, der zum Zuchtverband für deutsche Pferde gehört. Und dabei geht es letztendlich nicht darum, welches Pferd das höchste Hindernis überwindet oder die ordentlichsten Schrittfolgen im Dressurviereck präsentiert. Stattdessen werden besonders Haltung, Körperbau, Bewegungsabläufe und das allgemeine Erscheinungsbild der Tiere bewertet. Bei der Bewertung der Stuten wird darüber hinaus berücksichtigt, wie viele Fohlen sie in den vergangenen Jahren insgesamt ausgetragen haben.

Vorgeführt werden durften alle Pferderassen, die beim Zuchtverband für deutsche Pferde eingetragen sind. Dazu zählen beispielsweise Knabstrupper mit ihrem gesprenkelten Fell und Haflinger mit ihren blonden Mähnen, aber beispielsweise auch Islandpferde und Shetland-Ponys.

Tatsächlich dürfen sich die Züchter und Besitzer der Tiere nicht bloß auf bunte Schleifen, sondern auch noch auf Stallplaketten und andere Preise wie Satteldecken und ähnliches Reitzubehör freuen.

Und die Pferde? Die zeigen sich von ihrer besten Seite und traben mit aufgestellten Ohren und gehobenen Köpfen über den Platz. Das eine oder andere Fohlen packt bei den Runden vor den Preisrichtern dann auch mal der Übermut - statt ordentlichen Gangarten gibt es dann auch ausgelassene Bocksprünge und unerwartete Richtungswechsel zu sehen. Trotzdem dauert es kaum mehr als einige Minuten, bis die Entscheidungen des Gremiums feststehen und die glücklichen Sieger mit einer flatternden Schleife am Zaumzeug eine Ehrenrunde über den Platz drehen dürfen.

Ein bisschen Programm für die kleinsten Zuschauer steht außerdem auch noch auf dem Programm. Sie können sich auf dem "Dosi" - dem Trainingsgerät, das beim Voltigieren zum Einsatz kommt und einem Holzpferd ähnelt - ausprobieren und auf diese Weise schon einmal ein bisschen Reiter-Luft schnuppern.

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