Nufringer Feuerwehr probt den Ernstfall

Menschen gerettet, Feuer gelöscht - Fünf Fahrzeuge und 30 Mann bei Hauptübung im Einsatz

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    Unter großem Interesse wurde die Übungspuppe aus dem Gebäude gerettet Foto: Holger Schmidt

Artikel vom 22. September 2019 - 17:42

Von Holger Schmidt

NUFRINGEN. "Ich bin stolz und begeistert von den Profis der Nufringer Feuerwehr", geriet Bürgermeister Ingolf Welte regelrecht ins Schwärmen. Eine gelungene Hauptübung mit vielen Showeffekten für die interessierten Zuschauer lieferten am Freitagabend die Floriansjünger der Gäugemeinde ab.

Die angenommene Lage: Eine Waschmaschine war im Keller des abbruchreifen Bauernhauses in der Seestraße 6 in Brand geraten. Dadurch war das Treppenhaus vollständig mit Disco-Nebel verraucht und an den Fenstern im Erd- und Obergeschoss standen vier Personen - Mimen aus den Reihen der Jugendfeuerwehr - und riefen um Hilfe. Also löste Marcus Maier, designierter Kommandant und kompetenter Beobachter vor Ort, wie geplant um Punkt halb sieben den Alarm aus. Dann entfaltete sich vor dem staunenden Publikum, darunter natürlich auch der Schultes und weitere Mitarbeiter aus dem Rathaus, ein Szenario, bei dem gekonnt ein Rädchen in das andere griff.

Vier Fahrzeuge rückten in kurzer Folge aus dem Nufringer Feuerwehrgerätehaus aus. Dazu kam die Drehleiter aus Herrenberg, die auch bei Realeinsätzen dieser Art immer automatisch mit alarmiert wird. Insgesamt 30 Feuerwehrler kamen am lauen Spätsommerabend zum Einsatz. Die Prioritäten waren nach der ersten Erkundung durch den Einsatzleiter und bisherigen Kommandanten Horst Bilwachs klar. "Erst die Menschen retten und dann das Feuer löschen", kommentierte fachkundig Markus Klose am Mikrofon.

Über die Steckleiter begann die Rettung der Personen im Erdgeschoss, der Korb der mittlerweile aufgestellten Drehleiter näherte sich derweil den Hilfebedürftigen im Obergeschoss. Nach kurzer, für Elisabeth, 14 Jahre, und Markus (12) fast zu kurzer Fahrt, hatten auch diese beiden wieder festen Boden unter den Füßen. Unter Atemschutz betrat ein weiterer Trupp das Gebäude, um über das Treppenhaus zur Brandbekämpfung in den Keller zu gelangen. Als zu allem Überfluss die Flammen auf die benachbarte Scheune übergriffen, konnte der darin befindliche Dummy ebenfalls erfolgreich geborgen werden. Mehrere Löschrohre sorgten auch im Außeneinsatz dafür, der züngelnden Glut endgültig den Garaus zu machen.

"Feuer gelöscht!", kam nach nicht einmal einer halben Stunde die erlösende Mitteilung. Ein letzter Gang durch die Räume förderte keine weiteren Opfer zu Tage. Mit großem Applaus quittierten die Umstehenden das gelungene Geschehen. "Für die Feuerwehr ist jeder Euro richtig angelegt", ergänzte Ingolf Welte mit Blick auf das im Aufbau befindliche neue Fahrzeug HLF20, Kostenpunkt immerhin 460 000 Euro.

"So weit hat alles gepasst", fasste Marcus Maier zusammen. "Sehr gut", konnte sich Horst Bilwachs, hauptberuflich bei der Daimler-Werksfeuerwehr, dem nur anschließen. Ein Sonderlob gab's für Zugführer Micha Lang, der seine erste Bewährungsprobe in neuer Funktion mit Bravour bestand. Und auch die beteiligten Jugendfeuerwehrler durften zur Belohnung noch einmal mit der Drehleiter in luftige Höhen entschweben. Das gemeinsame Vesper hinterher im Feuerwehrgerätehaus hatten sich alle miteinander und selbstverständlich auch die Gäste von der Partnerfeuerwehr aus Herrenberg redlich verdient.

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