Die Galloway-Rinder sind auf die Waldweide im Herrenberger Stadtwald zurückgekehrt - Bis Oktober

Natürliche Rasenmäher wieder unterwegs

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    Wieder zurück: Die Galloway-Rinder grasen auf der Waldweidefläche im Herrenberger Stadtwald Foto: red

Artikel vom 13. September 2019 - 17:06

HERRENBERG (red). Die Galloway-Rinder, die seit Mitte Juni auf der rund sieben Hektar großen Fläche im Herrenberger Stadtwald grasen und dort einen lichten Weidewald schaffen, sind am vergangenen Wochenende wieder auf ihre Weide zurückgekehrt, berichtet die Stadt Herrenberg. Sie mussten im August anderorts Futter finden, da dieses auf der Waldweide knapp geworden war.

Die Rückkehr ins Gewann Sauhägle haben die Rinder gut gemeistert, berichtet Reinhold Kratzer, der Leiter des Kreisforstamts Böblingen und Initiator des Projekts. Zufrieden wiederkäuend kann man die Tiere jetzt wieder auf der lichten Waldfläche beobachten.

Gestartet ist das Projekt Mitte Juni dieses Jahres - seitdem können Spaziergänger und Besucher des Naturparks Schönbuch die besondere Form der Waldnutzung bestaunen und erleben, wie es wohl bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Wald ausgesehen hat: Damals trieben die Bauern ihre Kühe, Schweine, Ziegen und Schafe in den Wald, der ihnen als Weidefläche diente. "Die Waldweide ist wie ein Fenster zur Vergangenheit, da sie zeigt, wie der Stadtwald jahrhundertelang bewirtschaftet wurde", erläutert Tim Deininger, der Kämmerer der Stadt Herrenberg, der in dieser Funktion auch für den Stadtwald zuständig ist.

Durch die Weide entsteht erneut ein Lebensraum, der neben den Rindern auch selten gewordenen Tieren und Pflanzen Platz bietet. So profitieren zum Beispiel der Hirschkäfer und die 13 im Stadtwald Herrenberg nachgewiesenen Fledermausarten von den lichten Strukturen. "Auch seltene Vogelarten wie den Mittelspecht, den Gartenrotschwanz und den Wespenbussard, die solche selten gewordenen lichten Waldbereiche brauchen, kann man auf der Waldweide beobachten", berichtet Winfried Seitz, der Leiter des Forstreviers Haslach, in dem sich die Waldweide befindet.

Auf der großen Waldweide-Fläche haben die Galloways viele Möglichkeiten, sich je nach Witterung und Tageszeit aufzuhalten. Der größte Teil der Fläche ist aufgrund der günstigen örtlichen Gegebenheiten von den Waldwegen Kayhertalsträßle, Ludwig-Volz-Sträßle und Urschelrainweg aus einsehbar. Es gibt aber auch kleinere Bereiche, in denen die Rinder von Waldbesuchern nicht gesehen werden können.

Wer die Waldweide besuchen möchte, kommt vom Parkplatz am Schönbuchturm bzw. Waldfriedhof Herrenberg aus dorthin, indem er dem Sommertalsträßle bis zur Freßeiche in Richtung Neue Brücke / Bebenhausen auf rund drei Kilometern Fußweg folgt. Deutlich näher ist es vom Wanderparkplatz "Mönchberger Sattel" oberhalb von Mönchberg aus. Von dort gelangt man über das Kayhertalsträßle in Richtung Neue Brücke / Bebenhausen nach gut einem Kilometer zur Waldweide. Kombiniert ergeben die beiden Strecken einen schönen Rundweg: Vom Waldfriedhof Herrenberg gestartet, durch das Sommertal zur Waldweide und dann über den "Mönchberger Sattel" zurück.

Bis Oktober kann man die Galloways, die zum landwirtschaftlichen Betrieb "Schlossberg-Rind" von Karl Seeger und Carsten Mössner gehören, noch auf der Waldweide sehen - solange das Futter reicht, denn zugefüttert wird auf der Waldweide nicht. "Wenn alles weggefuttert ist, kehren sie zu ihrer Herde zurück", erläutert Winfried Seitz. Die grast ganzjährig in der Natur- und Kulturlandschaft des Heckengäus. "Der entstehende Weidewald ist aber auch ohne Rinder das ganze Jahr einen Ausflug wert."

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