Steinenbronn: Auf Angestellte und Polizisten losgegangen

Vor dem Stuttgarter Landgericht stehen zwei Männer, die im Mai den Steinenbronner Aldi überfallen haben

  • img
    Ein 20-Jähriger und ein 29-Jähriger haben einen Aldi-Discounter in Steinenbronn überfallen

Artikel vom 12. September 2019 - 16:00

Von Bernd Winckler

STEINENBRONN. Der brutale Überfall auf einen Aldi-Discounter vom 14. Mai diesen Jahres in Steinenbronn wird seit gestern am Stuttgarter Landgericht verhandelt.

Auf der Anklagebank sitzen ein 20-Jähriger und ein 29-Jähriger, die beide geständig sind. Sie sollen damals bei dem Diebstahl Mitarbeiter des Supermarktes mit einem Stuhl geschlagen, mit einem Cutter-Messer bedroht und bei der Festnahme Polizisten verletzt haben.

Am Nachmittag des 14. Mai hatten Mitarbeiter des Aldi-Markts in der Zeppelinstraße in Steinenbronn beobachtet, wie die beiden Angeklagten Waren in ihre Rucksäcke packten und damit das Geschäft ohne zu bezahlen verlassen wollten. Man bat sie zur Feststellung ihrer Personalien in einen Nebenraum, in dem die zwei Männer dann aber rabiat wurden. Sie sollen einen 22-jährigen Aldi-Mitarbeiter sofort angegriffen und durch Schläge erheblich verletzt haben. Ein Komplize habe zudem mit einem Stuhl auf den Mitarbeiter eingeschlagen. Da der 22-Jährige sich dadurch aber nicht beeindrucken ließ, soll der zweite Angeklagte ein auf dem Tisch liegendes Cutter-Messer genommen und damit auf den Bediensteten und dessen dazugekommenen Kollegen losgegangen sein.

Während einer der Angeklagten flüchtete, konnten die Aldi-Bediensteten den Älteren festhalten und an der Flucht hindern. Die Polizei griff schließlich auch den Flüchtenden in einer Böblinger Asyl-Unterkunft auf und wollte ihn dort festnehmen. Dabei leistete der Mann erheblichen Widerstand und verletzte zwei der Polizeibeamten am Kopf, sodass sie im Böblinger Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Anklage gegen die beiden lautet nunmehr vor der 3. Großen Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts auf ein gemeinschaftlich begangenes Verbrechen des schweren räuberischen Diebstahls, des Widerstands gegen Polizisten, der Körperverletzung, sowie des tätlichen Angriffs auf Amtsträger. Die Vorwürfe wollen die beiden Männer, die 2014 über verschiedene westafrikanische Länder und zuletzt über Libyen und Italien nach Böblingen in eine hiesige Flüchtlingsunterkunft kamen, zugeben.

Die 3. Große Strafkammer hat aufgrund der Geständnisse der beiden Afrikaner nur zwei Verhandlungstage angesetzt und will am nächsten Prozesstag die Urteile sprechen. Ihnen drohen jeweils Strafen im Bereich ab fünf Jahren, da räuberischer Diebstahl juristisch allein schon wie ein Raubdelikt behandelt wird.

Verwandte Artikel