Urlaub ohne Koffer: Herrenberger Ferienprogramm für Menschen mit Einschränkungen beginnt am Montag

Ferienprogramm für Menschen mit Einschränkungen beginnt am Montag im Herrenberger Mutterhaus der Diakonieschwestern

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    15 freiwillig Engagierte, darunter auch Pflegefachkräfte, begleiten die Urlauber durch das vielseitige Programm Foto: Symbolbild/dpa

Der Urlaub beginnt in diesem Fall nicht mit Kofferpacken, sondern einfach mit Vorfreude: Für 17 Menschen, die wegen hohen Alters, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung nicht reisen können, bietet das erfolgreiche Herrenberger Format abwechslungsreiche Ferienerlebnisse.

Artikel vom 11. Juli 2019 - 07:00

HERRENBERG (red). Der "Urlaub ohne Koffer" wird von einem ehrenamtlichen Helferteam organisiert, das von der Diakoniestation Herrenberg sowie vom Team Beteiligung und Engagement der Stadt begleitet wird. 15 freiwillig Engagierte, darunter auch Pflegefachkräfte, begleiten die Urlauberinnen und Urlauber durch das vielseitige Programm von Montag bis Freitag kommende Woche.

Zum Auftakt am 15. Juli ab 10.30 Uhr besucht Finanzbürgermeister Stefan Metzing die "Reisegruppe". Weitere Programmhighlights sind der Besuch von Wolfgang Wulz mit seinen Geschichten um schwäbische Ortsnecknamen, kurzweilige Zaubereien und naturwissenschaftliche Versuche mit den Jugendlichen vom Aerospace-Lab. Ein Besuch im Waldseilgarten steht ebenso auf dem Programm.

Sitztanz, Waldseilgarten und Naturwissenschaft

Nach dem Frühstück um 9 Uhr beginnt der Tag jeweils mit einem geistlichen Impuls der Kirchengemeinden in Herrenberg. Anschließend gibt es täglich wechselnde Programmpunkte wie Sitztanz und gemeinsames Singen. Durch die finanzielle Beteiligung der Kooperationspartner Stadt und Diakonie sowie einer Spende von 500 Euro durch die Sparkasse Bronntor in Herrenberg und durch den ehrenamtlichen Einsatz des Helferteams kann der Urlaub zu einem geringen Eigenbeitrag angeboten werden. Das Angebot gibt es schon seit neun Jahren und erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Teilnehmenden können die Nacht im eigenen Bett und in den eigenen vier Wänden verbringen. Sie werden von ihren Angehörigen entweder täglich gebracht oder durch den Kleinbus von zu Hause abgeholt und abends wieder zurückgebracht - somit kommt man in diesem Urlaub buchstäblich ohne Koffer aus. Urlaubsort ist das Mutterhaus der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal in der Hildrizhauser Straße 29. Das Tagungshaus stellt Räume für das Programm sowie gutes Essen und barrierefreie Ruheräume für Erholung oder Mittagsruhe zur Verfügung.

"Mit dem Angebot soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass ältere und pflegebedürftige Menschen Beachtung, Hilfe und Unterstützung brauchen, die weit über die eigentliche Pflege hinausgeht. Im direkten Kontakt mit den freiwilligen Helfern und im gemeinsamen Verbringen von Urlaubstagen ist auch das Lernen voneinander ein nicht zu unterschätzender Aspekt - und wesentlich für die Gestaltung des Lebensumfelds für ältere Menschen in unserer Stadt mit ihren Ortsteilen", erklärt Ines Böttcher vom Team Beteiligung und Engagement.

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