Massenchor aus Schönbuch und Gäu erobert die Bundesgartenschau

Holzgerlinger, Weilemer, Breitensteiner und Öschelbronner Sangesfreunde erobern die Bundesgartenschau in Heilbronn

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    Sangesfreunde aus Schönbuch und Gäu erobern die Bühne auf der Landesgartenschau in Heilbronn - und finden Gefallen am gemeinsamen Singen Foto: red

Ein großes Chorprojekt fand jetzt seinen Abschluss mit einem Auftritt beim Chorfest des Schwäbischen Chorverbandes im Rahmen der Bundesgartenschau in Heilbronn. Beteiligt waren Chöre aus Holzgerlingen, Weil, Breitenstein und Öschelbronn - die allesamt von Judith Erb-Calaminus dirigiert werden.

Artikel vom 12. Juni 2019 - 14:06

HEILBRONN/KREIS BÖBLINGEN (red). Mitgemacht haben die Chöre des Gesangvereins Weil im Schönbuch, des Gesangvereins Frohsinn Holzgerlingen, der Jugendchor des Liederkranzes Breitenstein und Bella Cantare aus Öschelbronn. In wochenlangen Proben, die wechselweise in Weil im Schönbuch, Holzgerlingen und Öschelbronn stattfanden, wurde ein Programm mit über 20 Titeln erarbeitet, das in unterschiedlichen Besetzungen beim Chorfest präsentiert werden konnte. "Jetzt konnten wir Sängerinnen und Sänger zeigen, was wir in den letzten Wochen mit unserer gemeinsamen Dirigentin Judith Erb-Calaminus erarbeitet haben", berichten Gerhard Deixelberger, Vorsitzender vom Holzgerlinger Frohsinn, und Michael Willmes, Finanzvorstand von Bella Cantare in Öschelbronn voller Stolz.

In drei Bussen aus den jeweiligen Orten, machte sich die Sängerschar mit einem großen Fanclub auf den Weg nach Heilbronn. "So hatten wir auf jeden Fall schon einige Zuhörer dabei, denn wir wussten nicht, ob wir beim Konzert überhaupt Publikum haben würden", meint Deixelberger. Bei der Erstellung des Programmheftes für das Chorfest lief leider nicht alles rund, weshalb aus den Ankündigungen für außenstehende Besucher nicht ersichtlich war, dass da ein riesiger Chor von über 100 Sängerinnen und Sängern mit sehr abwechslungsreichem, eineinhalbstündigem Programm die Heilbronner Gartenschaubühne betreten würde.

Der ersten Ankunft in Heilbronn folgte Ernüchterung: "Wir mussten erst einmal feststellen, dass der Konzertsaal, in dem wir auftreten sollten, die Aula des Bildungscampus Heilbronn, gar nicht auf dem Gelände der Bundesgartenschau lag. Die Besucher mussten das Gelände verlassen, um zu unserem Konzert zu kommen", berichten Willmes und Deixelberger. Leichte Nervosität kam da auf. O je! Was wird das werden? "Zur Not singen wir einfach für uns selbst und unseren eigenen Fanclub", haben sich die Sangesrecken trotzig gedacht. Denn schließlich hatten sowohl die älteren Herren des Holzgerlinger Stammchores als auch alle Männer und alle Frauen der vier Chöre jeweils einen eigenen Programmteil beizusteuern.

Nach einem vorgeschalteten Besuch der Buga traf sich die Sängerschar um 15 Uhr zum Einsingen - ohne dass ein Raum aufzutreiben gewesen wäre, in dem 100 Sängerinnen und Sänger überhaupt hätten Platz finden können. "Aber Not macht erfinderisch und wir haben diese Hürde locker genommen", flachst Deixelberger.

Um 16 Uhr schlug dann den Sangesfreunden die Stunde. Und siehe da - es waren nicht nur zusätzliche Schlachtenbummler aus den einzelnen Heimatgemeinden der Chöre nach Heilbronn gekommen - auch von den "normalen" Besuchern hatten sich viele in dem Konzertsaal eingefunden.

Durchatmen: "Wir spielen nicht vor leeren Rängen"

Da hieß es erstmal Entwarnung und Durchatmen vor dem großen Auftritt: "Wir spielen nicht vor leeren Rängen!" Und es kam noch besser: Konzertsaal und Tontechnik waren erstklassig. "Als Zuhörer verstand man jedes einzelne Wort und das Volumen von so vielen Sängerinnen und Sängern ist einfach gigantisch." Dies umso mehr, wenn man gewohnt ist, im eigenen Chor mit vielleicht vier Bässen, drei Tenören und vier Altistinnen zu singen. "Da waren wir in Heilbronn in ganz anderen Sphären unterwegs", schwärmt Deixelberger.

"Alle Chorteile - der traditionelle Männerchor, der moderne Männerchor, der Frauenchor und natürlich auch der Gesamtchor - haben ihre Sache fantastisch gemacht. Das war stellenweise Gänsehaut pur!" Nicht minder überzeugend die Moderation von Yvonne Willmes sowie die Begleitung von Pianist Fabian Bauer und Bernd Renz am Schlagzeug, die beide über sich hinauswuchsen. "Es hat allen riesigen Spaß gemacht und das Publikum hat uns mit sehr viel Applaus belohnt. Nach dem krönenden Abschluss mit Music von John Miles in einer A-cappella-Version von Oliver Gies haben sie frenetisch eine Zugabe gefordert, die wir natürlich gerne gegeben haben."

Zum Abschluss trafen sich alle Chöre zum Vesper. Nach einigen Viertele Württemberger Wein und ein paar Weizen gab es dann noch zwei spontane Gesangseinlagen der Männer (Moskau, Mir im Süden), bei denen dann auch die Frauen begeistert mitgesungen und mitgeklatscht haben. Und am Ende waren sich alle einig, dass dieser Auftritt aller Chöre von Judith Erb-Calaminus nicht der letzte war: "Wir alle haben viele neue Sangesfreunde kennen und schätzen gelernt", meinen auch Michael Willmes und Gerhard Deixelberger.

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