Lebendige Gemeinde stellt Kandidaten vor

Kirchenwahl im Dezember

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    Thomas Wingert, Tabea Dölker und Christoph Müller (v. li.) berichteten im Nufringer Gemeindehaus von der Frühjahrstagung der Landessynode F: red

Artikel vom 20. Mai 2019 - 18:24

NUFRINGEN. Am 1. Dezember 2019 werden in Württemberg die Kirchengemeinderäte und die Landessynode für sechs Jahre neu gewählt. Die württembergische Landeskirche ist die einzige der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der die Landessynode per Urwahl von allen Kirchenmitgliedern gewählt wird.

Im Gemeindehaus in Nufringen stellten sich am 9. Mai die Kandidaten vor. Für die Lebendige Gemeinde - ein geistliches Netzwerk innerhalb der Landeskirche - tritt Christoph Müller aus Kuppingen an. Der 35-Jährige ist Kirchengemeinderat in Kuppingen und arbeitet als Jurist bei einer Industrie- und Handelskammer. Er war bereits ehrenamtlich im Evangelischen Jugendwerk aktiv und arbeitete bei den Zelttagen in Nufringen mit. Mit ihm kandidiert erneut als Theologe Thomas Wingert aus Sulz am Eck. Der Zeltkirchenpfarrer ist bereits seit 2001 Mitglied der Landessynode und dort im Rechtsausschuss. Tabea Dölker aus Holzgerlingen tritt nach 24 Jahren Synodaltätigkeit, dabei von 2009 bis 2015 zusätzlich als Mitglied des Rats Evangelischen Kirche in Deutschland, nicht mehr an.

Vor rund 40 Gästen berichteten Tabea Dölker und Thomas Wingert vom synodalen Gesprächskreis Lebendige Gemeinde von der Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Schwerpunkte waren unter anderem der Bischofsbericht zum Thema Europa, die Förderung von Kirchengemeinderatsklausuren zum Thema "Geistlich leiten", die Einrichtung von Personalgemeinden auf Kirchenbezirksebene sowie die Einführung von familienfreundlicheren 50 Prozent-Vikariaten für Vikare in Elternzeit.

Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare

Großen Raum nahm die Debatte um die Einführung von Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare ein. Viele der Gäste äußerten Unmut und Unverständnis über das neue Gesetz, dem auch ein großer Teil der Synodalen der Lebendigen Gemeinde zugestimmt hatte. Die Synodalen verteidigten den Kompromiss, der vorsieht, dass in einzelnen Gemeinden unter sehr strengen Voraussetzungen auf Initiative des Oberkirchenrates öffentliche Segnungsgottesdienste als Ausnahmeregelungen eingeführt werden können. "Wir sehen als Lebendige Gemeinde keinen biblischen Auftrag für solche Gottesdienste", so Thomas Wingert, "wir haben es aber den anderen ermöglicht, die um der Betroffenen willen nach einer öffentlichen Form der seelsorgerlichen Begleitung gesucht hatten." Der Regelfall bleibe die Begleitung in der nichtöffentlichen Seelsorge. Nun gelte es abzuwarten, welche Erfahrungen mit der neuen Regelung gemacht würden und zu sehen, wie der Oberkirchenrat das Gesetz umsetze, das zum 1. Januar 2020 in Kraft treten soll.

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