Hausemer Floriansjüngern steckt das Hochwasser noch in den Knochen

Jahreshauptversammlung bei der Freiwilligen Feuerwehr Hildrizhausen - In Erinnerung blieb vor allem der Starkregen

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Artikel vom 12. Februar 2019 - 15:42

HILDRIZHAUSEN (red). Kurz vor Beginn ihrer Jahreshauptversammlung am Samstagabend wurde die Freiwillige Feuerwehr Hildrizhausen zur ausgelösten Brandmeldeanlage ins Alters- und Pflegeheim in der Ehninger Straße gerufen. Glücklicherweise handelte es sich lediglich um verschmortes Essen in einer Mikrowelle - die Versammlung konnte planmäßig beginnen.

Kommandant Axel Fischer blickte zu Beginn auf ein einsatzreiches Jahr 2018 zurück. Die Floriansjünger mussten zu 26 Einsätzen ausrücken, bei denen insgesamt 665 Einsatzstunden abgeleistet wurden. Er erinnerte an besonders schwere Einsätze, wie beispielsweise einen Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person oder den Brand im Ehninger Schützenhaus, bei dem die Hausemer Wehr Überlandhilfe leistete.

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist die Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni, als nach einem Starkregenereignis große Teile des Ortes unter Wasser standen. Da auch im Nachbarort Altdorf "Land unter" gemeldet wurde, mussten die Hausemer gemeinsam mit den Kameraden aus Holzgerlingen, Schönaich und Steinenbronn insgesamt 46 Einsatzstellen abarbeiten. Am Vormittag des 1. Juni leisteten die Floriansjünger außerdem noch Überlandhilfe in Ehningen.

Neben den Einsätzen wurden auch zahlreiche Dienste, Übungen, Lehrgänge, Seminare und Besprechungen absolviert, um den Ausbildungsstand hoch zu halten. Hier kamen nochmal 1685 Stunden zusammen.

Nachdem Fynn Gehrung und Dennis Bauernfeind aus der eigenen Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung aufgenommen wurden, besitzt die Hausemer Wehr nun eine Personalstärke von 48 Mitgliedern in der Einsatzabteilung. Dazu kommen 16 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 15 Mitglieder in der Altersabteilung.

Tagesverfügbarkeit und Raumkonzept überarbeiten

Bürgermeister Matthias Schöck zeigte sich in seinem Grußwort beeindruckt vom abgeleisteten Pensum der Feuerwehr. Die Gemeinde wisse es sehr zu schätzen, dass die eigene Wehr rund um die Uhr die Sicherheit der Bevölkerung sicherstelle. Als "Kür obendrauf" werde zudem die dörfliche Gemeinschaft mitgestaltet. Nachdem der Feuerwehrbedarfsplan fertig gestellt wurde, werde die Gemeinde jetzt gemeinsam mit der Feuerwehr drei Hauptthemen in Angriff nehmen. Es gehe unter anderem darum, die Tagesverfügbarkeit und das Raumkonzept im Feuerwehrgerätehaus zu verbessern sowie die Planung für die Neuanschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges HLF 20 im Jahr 2023 aufzunehmen.

Markus Priesching, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, zeigte sich ebenfalls beeindruckt. Er betonte außerdem, dass der Kreis Böblingen einer der wenigen Landkreise sei, bei dem alle Ausbildungen auf Kreisebene ehrenamtlich stattfinden. Außerdem lobte er die überörtliche Zusammenarbeit der Hausemer Wehr mit den Kameraden aus Altdorf, Holzgerlingen und Ehningen, welche in Zukunft immer wichtiger werde.

Nachdem Michael Lambert einstimmig zum neuen Leiter der Altersabteilung gewählt wurde, dankte Kommandant Fischer abschließend allen Kameraden für den Einsatz im abgelaufenen Jahr. Er blickt freudig auf das vorausliegende Jahr, welches ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr steht.

Stefanie Fleisch, Bettina Schütz und Sabrina Zimmermann wurden von Markus Priesching für 15 Jahre Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet. Für 25 Jahre erhielt Stefan Lambert des Ehrenzeichen in Silber und für 40 Jahre erhielten Kurt Herrmann und Axel Fischer das Ehrenzeichen in Gold. Für unglaubliche 70 Jahre Zugehörigkeit, zunächst in der Einsatzabteilung und seither in der Altersabteilung, erhielt Gerhard Wanner eine Urkunde sowie einen Geschenkkorb.

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