Den 30. Geburtstag feiert das Museum der Alltagskultur bei freiem Eintritt

Größere Umbauarbeiten sind in Planung

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    Wer ins Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch will, muss bislang den Weg durch den Torbogen und über den Schlosshof nehmen; eine Idee ist es, die zugemauerte Tür und die Fenster im Durchgang zu öffnen und hier ein stattliches Eingangsportal zu schaffen. Foto: Martin Müller

Bis das Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch, im größeren oder kleineren Stile umgebaut wird, dürften noch ein paar Jahre ins Land gehen. Dieses Jahr allerdings soll bei freiem Eintritt kräftig auf die Festpauke gehauen werden: Schließlich wird das Museum 30 Jahre alt.

Artikel vom 11. Januar 2019 - 16:00

Von Martin Müller

WALDENBUCH. "Verschiedenes" ist in Planung, teilt Museumsleiter Markus Speidel auf Nachfrage der Kreiszeitung mit. Vor allem ist eine größere Publikation zu den 30 Jahren des Museumsbetriebs in der Mache. Ganz druckfrisch liegt inzwischen aber bereits ein Flyer vor, der wie ein Leporello aufgefächert werden kann. Am 14. April wird demzufolge eine große Fotoausstellung eröffnet, die sich ganz dem Thema "Dorfhochzeit" widmet; in den Fokus genommen wird die Zeit aus den frühen Tagen der Fotografie ab 1880 bis ins Jahr 2017. Im Mai folgt eine Fachtagung und am letzten Juniwochenende dann das große Jubiläumsfest mit Modenschauen: Passend zum Geburtsjahr 1989 soll sich alles um die 80er-Jahre drehen - "mitsamt der Grausamkeiten, die da so hervorgebracht wurden", so Speidel süffisant. Filme, Spielzeug, Musik und Moden - vieles ist inzwischen museumsreif geworden.

Viele Ideen zum Museumsumbau

30 Jahre Museumsbetrieb bedeuten freilich auch, dass an der baulichen Substanz und Inneneinrichtung vieles inzwischen nicht mehr up to date, stark sanierungsbedürftig oder verbesserungswürdig ist. Speidel, der vor zwei Jahren die Leitung des Museums übernommen hat, hofft darauf, dass Maßnahmen wie der Einbau mehrfachverglaster, wärmegedämmter Fester, die Erneuerung der Elektrotechnik und des Aufzugs bereits 2020 in Angriff genommen werden können.

Zerschlagen hat sich indes die Idee, den Museumseingang weg vom Schlosshof, hin zur dem Marktplatz zugewandten Außenseite zu verlegen (die Kreiszeitung berichtete). "Diese Idee haben wir nach Rücksprache mit dem Architekten ad acta gelegt", gibt Speidel zu Protokoll: "Der Eingang hätte dann durch den Keller verlaufen müssen, was unattraktiv erscheint." Im Rennen ist aber die neue Idee, den Eingang direkt in den Torbogen hineinzubauen, der zum Schlosshof führt. Linker Hand in diesem Torbogen befindet sich nämlich bereits eine vergessene, zwischenzeitlich zugemauerte Tür: Hier gingen die Waldenbucher einst ein und aus in den städtischen Kindergarten und auch zur Schule - bis die Oskar-Schwenk-Schule eingeweiht wurde. Vorteil dieser Lösung: Rollstuhl- oder Rollatorfahrer und Eltern mit Kinderwagen müssten sich nicht erst mühsam über das Kopfsteinpflaster des Schlosshofes vorwärtskämpfen, um ins Museum hineinzukommen. Werden die zwei zugemauerten Fenster links und rechts noch dazugenommen, könnte sich unter dem Torbogen mit großen Glasschiebetüren ein stattlicher Eingang ins Museum realisieren lassen, der dann direkt in die Dürnitz zu den "Zeitsprüngen" führt.

"Wir sind aber gerade erst in der Ideenentwicklung und auch noch nicht im Stadium der Finanzierung", bekennt Seidel. Auch das Landesdenkmalamt wird bei alledem ein Wörtchen mitsprechen. Ungeklärt ist zur Stunde aber nicht nur die Kostenfrage (Hausnummern von bis zu 20 Millionen Euro stehen im Raum), sondern auch, ob die Umbaugelder direkt über den Sanierungshaushalt des Landebetriebs "Vermögen und Bau" in Ludwigsburg laufen werden oder ob dafür ein eigener Titel im Landeshaushalt vonnöten sein wird - was dann mit Sicherheit ein ausführlicheres parteipolitisches Palaver im Stuttgarter Landtag voraussetzen würde.

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