Gemeinderat erteilt dem Etat 2019 seinen Segen

Artikel vom 19. Dezember 2018 - 16:12

WEIL IM SCHÖNBUCH (mmü). Im November wurde der Haushalt für das Jahr 2019 eingebracht und ausführlich darüber beratschlagt (wir berichteten). Jetzt hat der Gemeinderat den Etat und den dazugehörigen Wirtschaftsplan der Eigenbetriebe ohne große Diskussion bei zwei Enthaltungen verabschiedet.

Bürgermeister Lahl erinnerte daran, dass es sich um den letzen Haushalt nach altem Strickmuster handelt - aufgeteilt in einen Vermögens- und einen Verwal-tungsetat. Die Kennziffern des Kernhaushaltes lesen sich erfreulich. Das Volumen im Verwaltungshaushalt liegt bei 25,5 Millionen Euro für die inzwischen auf über 10 000 Einwohner angewachsene Kommune. Dickste Einnahmepositionen sind der Einkommenssteueranteil (7,5 Millionen), Schlüsselzuweisungen und Umlagen (7,29 Millionen) und bei Gewerbesteuer wird mit 4,5 Millionen gerechnet. Erwirtschaftet wird ein rund 3 Millionen Euro schwerer Überschuss, der für Investitionen im Vermögenshaushalt mit einem Volumen von 6,33 Millionen zur Verfügung steht. Für Baumaßnahmen sollen 5,67 Millionen eingesetzt werden. 2,09 Millionen werden aus der Rücklage entnommen, die sich damit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbestand nähert.

Mittelfristig soll sich das Blatt wieder zum Positiven wenden: Vor allem durch Entwicklung der Neubaugebiete soll die Rücklage wieder auf zehn Millionen anwachsen - trotz erheblicher Investitionen wie dem Neubau des Bürgerhauses.

Seit 2005 werden im Kernhaushalt Kredite getilgt und keine neuen aufgenommen. Anders bei den Eigenbetrieben (Wasser, Abwasser, Kläranlagen, Kanäle). Hier stiegt die Verschuldung weiter um 543 000 auf 16,8 Millionen Euro; 2022 wird mit 21,5 Millionen eine dicke rote Schuldenzahl ausgewiesen. Eine Entwicklung, die sowohl Hanna Walach (UWB) als auch Siegfried Müller (SPD) dazu bewog, die Zustimmung zu den Zahlenwerken insgesamt zu verweigern; sie enthielten sich der Stimme. Für Lahl führt freilich kein Weg an den Investitionen in den Gemeindewerken vorbei: Viele Kanäle seien in die Jahre gekommen und müssten erneuert werden, meint er; "nur wenn wir nichts machen, steigen dort auch die Schulden nicht". Es sei aber durchaus plausibel, über Abschreibungen hier auch kommende Generationen mit in die Pflicht zu nehmen, so sein Statement. Das Weilemer Konstrukt hält er "für insgesamt fair".

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