Feuerwehr Gärtringen probt Ernstfall in Flüchtlingsunterkunft

Jahresabschlussübung der Feuerwehr Gärtringen in der Flüchtlingsunterkunft in der Robert-Bosch-Straße

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Artikel vom 18. Dezember 2018 - 18:00

GÄRTRINGEN (red). Ein Brand in einem Gebäude, in dem 110 Menschen untergebracht sind, stellt die Feuerwehr vor eine große Herausforderung. Insbesondere dann, wenn es zwischen Helfern und Bewohnern eine Sprachbarriere gibt. Um auf ein solches Szenario gut vorbereitet zu sein, hielt die Feuerwehr Gärtringen ihre Jahresabschlussübung in der neu in Betrieb genommenen Flüchtlingsunterkunft in der Robert-Bosch-Straße ab.

Montagabend, 18 Uhr. Eine Brandmeldeanlage in der Gemeinschaftsunterbringung für Flüchtlinge in der Robert-Bosch-Straße schlägt Alarm und ruft die Gärtringer Feuerwehr auf den Plan. Als die Einsatzkräfte eintreffen, quillt dichter Rauch aus dem Gebäude. Mehrere Personen haben sich auf der Straße versammelt. Markus Priesching, Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Gärtringen, erkundet den Schauplatz und stellt einen Zimmerbrand im ersten Obergeschoss fest. Das erste Löschfahrzeug beginnt umgehend mit zwei C-Rohren und zwei Trupps unter Atemschutz mit der Brandbekämpfung. Wenig später trifft ein weiteres Fahrzeug der Abteilung Rohrau ein. Diese Mannschaft ist für die Menschenrettung zuständig.

Aufgrund der Größe des Gebäudes und der Lage bilden die Floriansjünger vier Einsatzabschnitte. Im ersten Abschnitt übernimmt Andreas Gohl, Abteilungskommandant in Gärtringen, die Brandbekämpfung. Zwei Trupps rücken mit Atemschutz über das Treppenhaus im hinteren Gebäudeteil vor. Durch das schnelle Vorgehen verhindern sie eine größere Ausbreitung des Feuers. Während der Löscharbeiten finden die Einsatzkräfte noch drei weitere Personen und bringen sie sicher aus dem Gebäude.

Den zweiten Einsatzabschnitt "Menschenrettung" leitet der Rohrauer Abteilungskommandant Oliver Supper. Schützenhilfe kommt an diesem Abend von der Drehleiter aus Herrenberg. Ebenfalls unter Atemschutz suchen die Feuerwehrleute alle Räume ab und finden im Erdgeschoss noch eine weitere Person, die sie ins Freie geleiten.

Im dritten Einsatzabschnitt ist Peter Nonnenmacher mit dem zweiten Gärtringer Löschfahrzeug für die Wasserversorgung zuständig. Er und sein Team müssen eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung quer über die Rohrauer Straße legen. Dabei kommt es zu Behinderungen des Verkehrs, der durch die Polizei geregelt wird. Die rund 65 Personen, die sich zum Einsatzzeitpunkt im Gebäude befinden, verlassen es größtenteils selbständig und werden im vierten Abschnitt durch die DRK-Ortsverbände Gärtringen und Aidlingen sowie durch die Kameraden des Gerätewagenlogistik der Feuerwehr am Sammelplatz betreut. Diesen Abschnitt leiten der Gärtringer DRK-Bereitschaftsleiter Stefan Groß und Zugführer Michael Motteler von der Feuerwehr Gärtringen.

Erfolgreiche Vollzug nach einer knappen Stunde

Nach einer knappen Stunde heißt es "Feuer aus, alle Personen gerettet, keine Verletzten, Übungsende" vom Einsatzleitwagen aus Ehningen, der die Gesamtkoordination übernommen hatte.

Das Fazit: Eine gelungene Übung, die viele wichtige Erkenntnisse geliefert hat, erklären die Gärtringer Floriansjünger in einer Pressemitteilung. Die sprachlichen Schwierigkeiten könnten im Ernstfall den Einsatzkräften die Arbeit erschweren. Eine gute Ausbildung der Brandschutzhelfer und die Brandschutzerziehung im Vorfeld sei hier besonders wichtig. Diese soll ab Januar beginnen.

An der Übung war die Gesamtwehr der Feuerwehr Gärtringen, die Feuerwehr Ehingen und Herrenberg mit insgesamt mit sieben Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften sowie die DRK-Ortsvereine Gärtringen und Aidlingen mit drei Fahrzeugen und zehn Kräften und der Polizeiposten Gärtringen mit einem Fahrzeug und zwei Einsatzkräfte beteiligt.

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