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Mauersegler fühlen sich wohl in Herrenberg

Brutkontrolle bei den Herrenberger Mauerseglern bringt überraschende Einblicke - Vergangenes Jahr gab es mehr als 80 Jungvögel

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    Da schau her: Die Mauersegler brüten wieder in den Herrenberger Nistkästen Foto: red

Artikel vom 22. August 2018 - 18:00

HERRENBERG (red). Die Mauersegler fühlen sich in Herrenberg wohl: Im vergangenen Jahr zählte man über 80 Jungvögel und feierte damit das erfolgreichste Brutjahr überhaupt. In diesem Jahr nun konnte ein weiterer Erfolg verbucht werden. Inzwischen hängen mehr als 100 Nistkästen auf Herrenberger Gemarkung. Allein 25 davon sind an städtischen Gebäuden in der Innenstadt angebracht.

Der Umweltbeauftragte Jürgen Baumer arbeitet eng mit dem engagierten Nabu-Mitglied Oliver Maier und den aktiven und interessierten Mauerseglerfreunden zusammen. Auch in diesem Sommer wurden jetzt wieder die Nistkästen in Augenschein genommen. Die Brutkontrolle dient nicht nur dazu, die Brutstatistik fortzuführen. Der jährliche Rundgang gibt interessierten Bürgern auch die Möglichkeit, einen Blick in die Nistkästen und auf die Jungvögel zu werfen.

Der Bruterfolg aus dem letzten Jahr konnte nicht übertroffen werden, da vor allem in den Nistkästen, die am Fruchtkasten angebracht sind, weitaus weniger Treiben herrscht, als in den vergangenen Jahren. Grund dafür sind die Sanierungsarbeiten an der Fassade. Durch das Baugerüst wurden die Alttiere in der Brutanlage gestört, so dass die Nistplätze gar nicht erst angenommen wurden oder es zu einem verspäteten Brüten kam. "Nun heißt es Daumen drücken, dass die Jungvögel sich noch so entwickeln, dass sie sich innerhalb der nächsten Wochen auf die Reise nach Afrika machen können", sagt Baumer. "Notfalls müssen die Mauersegler-Freunde als Ammen einspringen und ihnen ein wenig unter die Flügel greifen." Auch wenn es insgesamt weniger Jungtiere gibt als im Vorjahr, so wartete auf die vogelkundigen Kontrolleure doch auch eine positive Überraschung: "In einem Nistkasten am Oberamt saßen gleich vier Jungvögel in einem Nest", zeigen sich Jürgen Baumer und Oliver Maier begeistert. Eine Seltenheit, wie der ausgewiesene Vogelkundler des Nabu betont: "Normalerweise zieht ein Elternpaar nur zwei, höchstens einmal drei Jungtiere groß." Vierlinge kommen bei Mauerseglern nur äußerst selten vor.

Überhaupt erweise sich das von der Stadt und dem Nabu gemeinsam getragene Mauersegler-Programm als voller Erfolg, so Oliver Maier. Die bedrohte Vogelart findet in der Gäustadt immer mehr Unterstützer, noch immer melden sich Freiwillige und bieten einen Platz zum Aufhängen eines Nistkastens an. Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Mauersegler, da diese durch den Abriss alter, nischenreicher Gebäude immer weniger Unterschlupf-Möglichkeiten finden. Zusätzlich gehen durch die Sanierung und die damit einhergehende Wärmedämmung älterer Gebäude weitere Brutplätze verloren, auch weil vielerorts die geltenden Schutzverordnungen nicht beachtet werden und dadurch etliche Brutplätze zerstört werden. Umso höher sind die Zahl der Nistkästen und auch der diesjährige Bruterfolg zu werten, der bei der Begehung dokumentiert wurde.

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