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Badeverbot im Naturfreibad: Der Pfützenkeim schlägt zurück

Wasserwerte im 2015 neu eröffneten Herrenberger Bad haben sich überraschend wieder verschlechtert - Ursache könnte in den äußeren Rahmenbedingen liegen

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    Das Naturfreibad bleibt vorerst geschlossen: Die Belastung des Wassers mit Bakterien ist zu hoch Foto: Schilling

Artikel vom 20. Juli 2018 - 15:00

HERRENBERG (red). Nach einer störungsfreien Saison 2017 muss für das Herrenberger Naturfreibad jetzt wieder ein Badeverbot ausgesprochen werden. Wie die Stadt Herrenberg mitteilt, hat die Belastung des Wassers mit Bakterien (Pseudomonas aeruginosa) die zulässigen Grenzwerte nach aktuellem Kenntnisstand an zwei Stellen überschritten, wie eine Probe vom 18. Juli zeigt, deren Ergebnis nun vorliegt.

Das zuständige Böblinger Gesundheitsamt hat deshalb ein erneutes Badeverbot empfohlen und die Stadtwerke haben das Becken des Naturfreibads am Freitagmittag vorübergehend geschlossen. Der konventionell betriebene Kleinkindbereich und das Hallenbad bleiben weiter geöffnet und auch die Liegewiese kann am Wochenende genutzt werden.

"Wir müssen jetzt sehr genau untersuchen, wo die Erklärung für diesen Ausreißer liegt", erklärt Finanzbürgermeisterin Gabrielle Götz-Getzeny. "Wir müssen nach der Vorgeschichte des Bades heute davon ausgehen, dass die Messung auf eine vorübergehende Ausnahmesituation hindeutet und sehen zunächst keinen Hinweis auf ein generelles Problem der Anlage." Nach den Schließungen in den Jahren 2015 und 2016 hat die Stadt gemeinsam mit den Planern und externen Sachverständigen intensiv die Quellen der Verkeimung untersucht und beseitigt. So wurde zum Beispiel das Herzstück der Wasseraufbereitung im Frühjahr 2017 mit 1800 Tonnen neuem Filtergranulat bestückt.

Im Ergebnis hatten sich in der Freibadsaison 2017 die Wasserwerte, biologisch wie auch in der optisch wahrnehmbaren Trübung, deutlich verbessert. Auch in der aktuellen Saison wurde die Wasserqualität nach Inbetriebnahme des Bades regelmäßig überprüft. Bis zum jetzigen Zeitpunkt waren die sich einstellenden Trübewerte noch einmal deutlich besser als in der Saison 2017. Die bisherigen Probeergebnisse der Wasserqualität waren allesamt im grünen Bereich, so dass sich weiterer Optimismus verbreitete. "Die umgesetzten Maßnahmen der Mängelbeseitigung waren richtig und wichtig, um die wasserbiologischen Grenzwerte einzuhalten, aber keine Garantie", so Gabrielle Götz-Getzeny weiter. "Jetzt müssen wir der Ursache für diese Abweichung auf den Grund gehen." Auch die Reinigung des Naturfreibades wurde mit den Experten abgestimmt. Die Finanzbürgermeisterin stellt sich deshalb vor die Stadtwerke: "Unser Bäderteam hat alles unternommen, um die Wasserqualität zu gewährleisten." Eine weitere aufwendige technische Mängelsuche schließt Stadtwerke-Chef Florian Müller erst einmal aus: "Wir haben allen Sachverstand der Stadtwerke, der Planer und der Gutachter eingesetzt und nachweisliche Erfolge verbuchen können." Insofern liege das Augenmerk nun zunächst auf möglichen äußeren Rahmenbedingungen wie Wetter, Pollenflug und der Betriebsweise der Aufbereitungsanlage. Anhaltspunkte hierfür gebe es aber bislang nicht.

Gabrielle Götz-Getzeny zum weiteren Vorgehen: "Zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens am Montag, 23. Juli, werden wir weitere Wasserproben durch ein unabhängiges Institut nehmen und von diesem Ergebnis abhängig machen, wie lange die Schließung dauert. Wir hoffen, dass wir allen Badegästen zum Start der Sommerferien wieder ein einwandfrei sauberes Badewasser bieten können. Wir bedauern sehr, gerade jetzt in der heißen Sommerzeit unser Bad zum Teil schließen zu müssen und entschuldigen uns dafür bei den vielen Bürgern, die unser Bad besuchen. Natürlich gehen die Gesundheit und Sicherheit der Gäste vor."

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