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Afrika-Hilfe für ein stabiles Europa

Gesprächsabend der JU Ehningen und Schönbuch mit Rudolf Decker

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    Frank Lehmberg (von links), Nils Zerrer, Konrad Schmauder, Eric Weber, Anja Sobkowiak im Gespräch mit Rudolf Decker Foto: red

Artikel vom 25. Mai 2018 - 16:54

HILDRIZHAUSEN (red). Auf Einladung der Jungen Union Ehningen und Schönbuch war der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Rudolf Decker im Alten Rathaus in Hildrizhausen zu Gast. Bereits seit fast 40 Jahren reist er, inzwischen zum 113. Mal, nach Afrika, um vermittelnde Gespräche mit Staats- und Regierungschefs sowie weiteren hochrangigen Persönlichkeiten und der Bevölkerung zu führen. Anlass für das Gespräch mit der JU war auch sein jüngst erschienenes Buch "Europa und Afrika - Von der Krise zu einer gemeinsamen Zukunft der Nachbarkontinente".

Decker berichtete zunächst über seine letzte Reise nach Madagaskar und Mauritius und erläuterte seine Beweggründe für sein Engagement für die Völkerverständigung in Afrika und der ganzen Welt. Anschließend wurde über die aktuelle Lage in Afrika zu diskutiert, die besonders die junge Generation Europas vor Probleme stellen werde.

"Das rasante Bevölkerungswachstum ist die größte zu bewältigende Herausforderung", so Decker. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr der gesamte Kontinent von Armut und Perspektivlosigkeit für viele Jugendliche geprägt sei. "Leider ändern die bisherigen Konzepte europäischer Entwicklungshilfe daran wenig", bedauerte er.

Auf Grundlage seines im vergangenen Jahr erschienenen Buches diskutierte Decker mit den jungen Politikinteressierten die Risiken und Chancen europäischer Entwicklungshilfe. Unter anderem forderte er ein radikales Umdenken in der Außen- und Entwicklungspolitik. Decker hält es für notwendig, alle afrikanischen Staats- und Regierungschefs - unabhängig ihrer politischen Position - zu Gesprächen einzuladen. "Um Afrika wirklich zu entwickeln, muss zuerst der Rechtsstaat eingeführt und dann ein Sozialstaat aufgebaut werden." Nur auf dieser Grundlage könnten dann demokratische Strukturen als Nährboden für wirtschaftliche Entwicklung und ausländische Investitionen entstehen. Der ehemalige Politiker betonte jedoch, dass bei dem aktuellen Bevölkerungswachstum eine erhebliche Steigerung der Wirtschaftskraft notwendig sei, um den Menschen Perspektiven aufzeigen zu können.

Der JU-Verbandsvorsitzende Eric Weber betonte abschließend: "Letztlich können wir chaotische Flüchtlingsbewegungen nach Europa wie in den letzten Jahren zukünftig nur durch eine enorme wirtschaftliche Entwicklung in Afrika und einen effektiven europäischen Grenzschutz verhindern." So waren sich Alt und Jung schlussendlich einig, dass dauerhaft eine noch intensivere Auseinandersetzung mit dem südlichen Nachbarkontinent notwendig sei. Deckers Appell an die jungen Zuhörenden: "Ihr müsst euch die Frage stellen: Wie soll es mit Afrika und Europa weitergehen?"