Rohrauer Busverkehr soll wieder rund laufen

Verwaltung will vier Zusatzbusse für die Linie 753 zwischen Rohrau und Gärtringen bestellen

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    Seit der Fahrplanumstellung fährt die Linie 753 zwischen Rohrau und Gärtringen zu bestimmten Zeiten einen Umweg über Nufringen. Die zusätzliche Wegstrecke müssen die Fahrgäste bezahlen - ein Ärgernis, für das auch weiterhin keine Lösung in Sicht ist Foto: Simone Ruchay-Chiodi

Artikel vom 17. März 2018 - 12:12

Von Sandra Schumacher

ROHRAU. Seit der Fahrplanumstellung des ÖPNV im Dezember vergangenen Jahres läuft es nicht mehr rund in Sachen Busverkehr im Kreis. So sorgte auch die Linie 753 zwischen Gärtringen und Rohrau für Ärger. Abhilfe soll nun geschaffen werden durch die Zubestellung von vier Bussen und eine minimale Änderung der Fahrtzeiten.

Ein besonderes Ärgernis für die Rohrauer stellten die veränderten Fahrtzeiten der Linie 753 dar. Sie sorgten dafür, dass der Bus nicht mehr wie zuvor den Anschluss an die S-Bahnen in Gärtringen aus Richtung Stuttgart zur Minute 37, sondern zur Minute 07 erreichte. Die Folge: Wartezeiten für die Fahrgäste, weil beispielweise die Schulzeiten der Gymnasien in Böblingen und Sindelfingen auf den alten Fahrplan angepasst blieben. Auch fiel der Frühbus um 5.58 Uhr vom Rohrauer Rathaus aus weg, der den Anschluss an die S-Bahn in Gärtringen um 6.07 sicherstellte.

Kleine Verschiebungen im Zeitplan und Zubestellungen von insgesamt vier Bussen sollen die Linie wieder rund laufen lassen, verkündete Gärtringens Hauptamtsleiter Norbert Sünder am Donnerstag vor dem Rohrauer Ortschaftsrat. In Fahrtrichtung Gärtringen soll der Frühbus vom Rohrauer Rathaus aus als Ruftaxi seinen Dienst um 5.59 Uhr wieder aufnehmen. Abbestellt wurde der Folgebus um 6.08 Uhr. Stattdessen gibt es eine weitere zusätzliche Fahrt um 6.24 Uhr. Weitere Zusatzbusse gibt es um 14.29, 17.29 und 18.29 Uhr, die jeweiligen Folgefahrten wurden auf die Minute 59 verschoben. In Fahrtrichtung Rohrau gibt es entsprechend zusätzliche Fahrten um 14.44, um 17.44, um 18.44 und um 19.44 Uhr vom Gärtringer Bahnhof aus. Außerdem soll der Bus um 12.14 Uhr nun eine kleine Schleife über das Gärtringer Rathaus fahren, damit auch die Realschüler, die nach der fünften Stunde frei haben, pünktlich an der Haltestelle sein können. Insgesamt entsteht durch diese Veränderungen ab 13 Uhr bis nachts um 1.11 Uhr ein Halbstundentakt, der auch eine wichtige Zielsetzung des Mobilitätskonzeptes im Gemeindeentwicklungsplan darstellt. Diese Änderungen, so Norbert Sünder, könnten auch kurzfristig in Kraft treten.

Kosten teilen sich Kommune und Landkreis zu gleichen Teilen

Die Kosten trägt zu 50 Prozent der Landkreis, weil es sich durch die Anbindung an die Nufringer Gewerbegebiete nun um eine überregionale Linie handelt. Für den kommunalen Anteil sind im Nachtragshaushalt 10 000 Euro veranschlagt, Kosten von 6000 Euro sollen allerdings nicht überschritten werden, erklärt Norbert Sünder. Gleichzeitig befindet sich die Verwaltung derzeit in Gesprächen über eine Kostenbeteiligung mit der Gemeinde Nufringen. Deren neuer Bürgermeister Ingolf Welte habe bereits positive Signale gegeben und das Thema zur Diskussion auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung gesetzt.

Das Tarifproblem, das aus der Schlaufe über die Nachbargemeinde entstanden ist - für den etwa 15-minütigen Umweg müssen die Rohrauer Fahrgäste statt des Kurzstreckentickets für 1,40 Euro ein Ticket für eine Tarifzone für 2,60 Euro kaufen - gibt es indes noch keine Lösung. "Das Tarifgefüge des VVS gilt für die gesamte Region und wird für Rohrau nicht umgestaltet", sagte Sünder. Die einzige Möglichkeit, die zusätzlich anfallenden Kosten für die Bürger zu verringern, sieht er darin, dass die Gemeinde Vierertickets ankauft, mit einem Euro bezuschusst und sie somit günstiger an die Bürger verkauft. Ortschaftsrat Peter Probst (CDU) aber betonte, dass eine Lösung für das Kostenproblem nicht eine Subventionierung der Bahn durch die Gemeinde sein kann. Vielmehr solle das Busunternehmen in die Pflicht genommen werden, das seine Fahrer anweisen solle, in diesem Fall lediglich das Kurzstreckenticket einzubuchen. Dass das möglich ist, bezweifelte Martin Schmid (FW), schlug aber vor, dass die Busfahrer Vierertickets auf dieser Strecke günstiger verkaufen und den von der Verwaltung vorgeschlagenen Zuschuss bei der Gemeinde in Rechnung stellen.

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