Anzeige

Bauhelfer für Weißrussland gesucht

Holzgerlinger Verein Heim-statt Tschernobyl sucht für die Sommerferien Bauhelfer in Weißrussland

  • img
    Freiwillige Helfer gesucht: Für die Opfer der Reaktorkatastrophe baut der Holzgerlinger Verein Heim-statt Tschernobyl seit vielen Jahren ein neues Dorf im Norden von Weißrundland Foto: Archiv

Artikel vom 09. März 2017 - 15:36

HOLZGERLINGEN (red/mmü). Um Katastrophenopfern des atomaren Supergaus in Tschernobyl eine neue Heimat zu geben, baut der Holzgerlinger Verein Heim-statt Tschernobyl ein neues Dorf im unbelasteten Norden von Weißrussland auf. Hierzu werden für die Sommerzeit dringend Helfer gesucht.

Heim-statt Tschernobyl ist ein Netzwerk engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich vor dem Hintergrund der Tschernobyl-Katastrophe zusammengefunden haben. Am 26. April 1986 ereignete sich die Reaktorkatastrophe - und hinterließ ein auf Jahrtausende unfruchtbares, krank machendes Land. 116 000 Personen mussten evakuiert, weitere 240 000 umgesiedelt werden.

Der Verein aus Holzgerlingen hilft nun beim Aufbau neuer Dörfer im nicht kontaminierten Norden des Landes. 50 Lehmhäuser, zwei Windräder und ein Ambulanzzentrum wurden in den vergangenen Jahren schon errichtet, außerdem ist das Umsiedlungsdorf "Drushnaja" (zu deutsch: freundschaftlich) mit 31 Wohnhäusern entstanden.

"Menschen können etwas bewegen, gegen alle Hoffnungslosigkeit und Resignation", ist die Vorsitzende, die Holzgerlingerin Edeltraud Schill, überzeugt: Das Projekt versteht sich als nachhaltige Hilfestellung für Bewohner, die durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl um ihre Lebensgrundlagen und ihr Hab und Gut gebracht wurden. Darüber hinaus bietet das Projekt ein Lernfeld alternativen, handwerklichen Bauens und will dazu einladen, eine andere Kultur kennenzulernen.

Bei dem diesjährigen Einsatz in Lepel, Belarus, wird der Rohbau für eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen errichtet. Zu diesem Gemeinschafts-Projekt lädt der Verein handwerklich Kundige und Unkundige, junge Menschen ab 18 und ältere Interessierte, Frauen und Männer aus allen Berufsgruppen ein. Zusammen mit weißrussischen Freiwilligen geht es darum, ein fertiges Holzständerwerk mit einem Holzhäcksel-Lehmgemisch zu verfüllen und das Dach mit dicken Schilfplatten zu dämmen. Besondere Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.

Zwei Einsatzperioden sind in diesem Sommer geplant: vom 14. Juli bis 3. August oder vom 4. August bis 24. August. Die Kosten betragen 50 Euro für die Unterkunft und 300 Euro (ermäßigt 150 Euro) für die Beteiligung an Fahrt und Verpflegung. Mitreisende nehmen verbindlich an einem Vorbereitungstreffen am 30. April im westfälischen Bünde teil oder, was näher liegend ist, am 6. Mai in Holzgerlingen.

Weitere Infos unter http://www.heimstatt-tschernobyl.org, Anmeldungen unter kontakt@heimstatt-tschernobyl.org, Telefon (0 70 31) 41 42 69. Anmeldeschluss ist der 15. April.
Verwandte Artikel