Die Jagd auf den Asiatischen Laubholzbock beginnt

Nächste Woche beginnt die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Hildrizhausen - Fällungen im großen Stil

  • img
    ARCHIV - Die Försterin beim Würzburger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Lia Stefke, hält am 25.06.2015 in Würzburg (Bayern) einen in Kunstharz gelassenen Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) und ein durch die Käfersorte beschädigtes Stück Holz in den Händen. Mit der Hilfe von 200 Pheromonfallen wollen Experten der aktuellen Verbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Magdeburg auf die Spur kommen. Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa ´200 Fallen für Asiatischen Laubholzbockkäfer in Magdeburg» vom 06.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ KRZ-Foto:

Nächste Woche geht's ans Eingemachte. Dem Asiatischen Laubholzbockkäfer soll der Garaus gemacht werden. In Hildrizhausen wird im 100-Meter-Umkreis der Befallszonen alles Hartholz entfernt.

Artikel vom 18. Januar 2017 - 18:06

HILDRIZHAUSEN (red). Am Dienstag fand in Hildrizhausen für betroffene Bürgerinnen und Bürger der Befallszonen eine Informationsveranstaltung des Landratsamts zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) statt. Vorgestellt wurden die aktualisierten Befallszonen, die sich auf einen Umkreis von 100 Metern um jeden Befallsbaum erstrecken, sowie der zeitliche Ablauf der Bekämpfung. Sofern es witterungsbedingt möglich ist, beginnen die Baumfällungen in der nächsten Woche. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Februar.

Ferner wurde auf die Themen Entschädigung und Nachpflanzung eingegangen. Abschließend hatten die betroffenen Eigentümer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Veranstaltung verlief sachlich und konstruktiv.

Der ALB ist in der Europäischen Union ein Quarantäneschädling und einer der gefährlichsten zehn Schädlinge weltweit. Die Larven des Käfers verursachen durch ihre bis zu drei Zentimeter breiten Fraßgänge beträchtlichen Schaden. Die befallenen Bäume können instabil werden und absterben. Vergangenen Herbst wurden in Hildrizhausen erstmals Käfer gefunden und befallene Bäume entdeckt.

Bisher wurden in zwei Befallszonen 18 befallene Bäume identifiziert. Dabei wurden 15 Käfer gefunden. Das bisherige Monitoring reicht zur Bekämpfung des ALB nicht aus, da vom Boden aus nicht alles erkennbar ist. "Selbst erfahrene Monitorer stoßen bei manchen Bäumen an ihre Grenzen", so Martin Wuttke, stellvertretender Landrat. "Befälle sind teils nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen erkennbar. Die Leistung der Spürhunde ist ebenfalls tagesform- und witterungsabhängig."

Erst durch Fällungen können weitere befallene Bäume gefunden werden. In den beiden 100-Meter-Zonen befinden sich elf Gehölze mit einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern, 59 Gehölze mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Zentimetern und 549 Gehölze mit weniger als 20 Zentimetern Durchmesser, die vom ALB betroffen sein könnten.

Die Bäume werden wurzelnah abgesägt, der Wurzelstock verbleibt im Boden. Gefällt werden Ahornarten, Birken, Blaseneschen,

Ab einem Zentimeter Durchmesser wird gesägt

Buchenarten, Erlen, Eschen, Hainbuchen, Haselnussarten, Japanische Kuchenbaumarten, Linden, Pappeln, Platanen, Rosskastanien, Ulmen und Weiden. Betroffen sind Bäume mit mehr als einem Zentimeter Stammdurchmesser - eigentlich also auch Buschwerk und sämtliches Kleingehölz.

Im Internet und per Aushang im Rathaus wird das Landratsamt ankündigen, wann und wo gefällt wird. Betroffene Haushalte werden zudem ein bis zwei Tage zuvor per Postwurfsendung informiert.

Die Kosten werden vom Land Baden-Württemberg getragen. Es werden ein Fällteam, ein Monitoringteam, ein Spürhundeteam sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes vor Ort sein. Nach der Durchführung von Sicherungsmaßnahmen werden zunächst kleine und dann große Gehölze gesägt. Es folgt ein Monitoring, bei dem auch Spürhunde eingesetzt werden. Wird ein Befall festgestellt, kommt das Material zum Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ). Wird kein Befall festgestellt, wird das Material zum Häckselplatz transportiert, gehäckselt und verbrannt.

Alle Gartenbesitzer werden gebeten, die Entfernung und Entsorgung von den beauftragten Unternehmen durchführen zu lassen. Die betroffenen Bäume selbst zu fällen, ist nicht gestattet.

 

  Für Informationen stehen unter dem Link http://www.lrabb.de/ALB Merkblätter und Antworten zu wichtigen Fragen online. Weitere Fragen können unter der Telefonnummer (0 70 31) 66 32 33 0 ans Amt für Landwirtschaft und Naturschutz gerichtet werden.
Verwandte Artikel