SPD will in Herrenberg Bauvorhaben vorantreiben

Gemeinde- und Ortschaftsräte formulieren Eckpfeiler zum Haushaltsplan

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    Der WLZ-Klotz hinter der Bahntrasse ist längst gefallen - die SPD fordert eine zügige Vermarktung des Areals und trägt auch eine Personalaufstockung bei der Wirtschaftsförderung mit Foto: hes

Artikel vom 13. Januar 2017 - 23:00

HERRENBERG (red). Herrenberg steht vor Jahrhundertentscheidungen - so kommentiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Philipsen die Entscheidungssituation in der Gäustadt. "2017 muss das Jahr der Spatenstiche und Baggerbisse werden". Mit der Entwicklung der Innenbrachen und des Baugebietes Herrenberg Süd werde die Stadt ihr Gesicht verändern, so Philipsen, der damit Bilanz zieht zur Klausurtagung der Herrenberger SPD.

Weil wichtige Weichenstellungen bevorstehen, komme man auch nicht umhin, das städtische Personal aufzustocken. Insbesondere auch Oberbürgermeister Thomas Sprißler müsse entlastet werden, wenn die geplanten Bauprojekte zügig an den Markt gebracht werden sollen, so die SPD. Wie jedes Jahr hat die Fraktion mit allen Ortschaftsräten auf einer Klausurtagung den Haushaltsentwurf beraten und dabei zahlreiche Grundpositionen der Sozialdemokraten festgeklopft. Baugebiete sollten zukünftig den Ansprüchen einer modernen Gesellschaft gerecht werden. Generationenübergreifend sollten Menschen in attraktiver Architektur in Stadtquartieren wohnen, die eine gemeinsame Identität ausstrahlen, ökologisch sind und dabei auch Grün- und Aufenthaltsbereiche ausweisen.

Herrenberg Süd sei für eine Bewerbung für die Internationale Bauausstellung der Region Stuttgart sehr geeignet. Preisgünstige Wohnungen könnten nur mit Unterstützung der öffentlichen Hand entstehen. Die SPD favorisiert dabei eine kommunale Baugesellschaft.

Personalaufstockung in der Wirtschaftsförderung

Auf dem BayWa-Areal sollen moderne Dienstleistungsarbeitsplätze entstehen. Nie zuvor seien die Vermarktungschancen von Gewerbeflächen besser gewesen, meint die SPD. Aus Sicht der SPD müsse man nun schnell mit nachgefragten Gewerbeflächen an den Markt gehen. Dafür müsse die Wirtschaftsförderung personell gestärkt werden. So können neue Arbeitsplätze entstehen und eine Verbesserung der Steuerkraft der Stadt erzielt werden.

Die Sozialdemokraten teilen die Auffassung des Oberbürgermeisters, dass der Fruchtkasten ein Schlüsselprojekt für die Altstadt ist, kritisieren deswegen aber, dass mittelfristig keine Gelder dafür eingestellt sind. Den von der Verwaltung vorgeschlagenen Citymanager hält die SPD für keine gute Lösung, da ein Manager, der vom Gewerbeverein beschäftigt sei, auch vorrangig deren Interessen verpflichtet sei. Es gelte aber, die Altstadt als soziales, kulturelles und gewerbliches Ensemble zu vermarkten.

Eine neue Bebauung an der Hindenburgstraße mit einer gewerblichen Immobilie mit Parkhaus kann man sich vorstellen, die sozialdemokratischen Räte wollen dann aber den Graben autofrei gestalten. Bevor man die sehr teure Straße I3 baue, sollte man alle Chancen nutzen, den Autoverkehr zu reduzieren. Wie groß das Potential sei, habe die deutliche Erhöhung der Fahrgastzahlen allein durch die Einführung eines Stadttarifs unterstrichen. Mittlerweile plädieren die Genossen dafür, den innerstädtischen Bus kostenlos zu machen. Schneller und entschlossener müssten zudem Radwege- und Fußwegeachsen entwickelt werden.

Sanierungsstau an Schulen abbauen

Mit einem Antrag wollen die Sozialdemokraten erreichen, dass der Sanierungsstau an den Schulen abgebaut wird. Jährlich sollen 1,2 Prozent des Werts der Schulen für Sanierungen bereitgestellt werden. "Bildung ist die beste Investition in die Zukunft."

Die leerstehende Kuppinger Werkreal-schule soll für erforderliche Auslagerungen bei Sanierungen zur Verfügung gestellt werden, langfristig für ein Ganztagesangebot der nördlichen Herrenberger Stadtteile. Eine Verlagerung der Albert-Schweitzer-Schule nach Kuppingen kommt für die SPD nicht in Frage.

Völlige Einigkeit bestand auf der Klausurtagung darin, dass Herrenberg, um den Rückstand gegenüber dem Umland aufzuholen, nun mutig anpacken müsse. Dies sei aller Voraussicht nach trotz sprudelnder Einnahmen mit den vorhandenen Geldern nicht zu machen. Eine vorübergehende Verschuldung sei aber gerechtfertigt, weil man mit den Investitionen die Steuerkraft nachhaltig verbessern könne.

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