Herrenberger Stadtbus soll kostenlos fahren

Anträge der Fraktion zum Herrenberger Haushalt - Sanierungsstau an Schulen angehen

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    Künftig umsonst? Der Citybus in Herrenberg Foto: Schilling

Artikel vom 11. Januar 2017 - 16:12

HERRENBERG (red). Zwei neue Akzente wollen die Herrenberger Sozialdemokraten mit ihren Anträgen zum städtischen Haushalt 2017 setzen: Der Bus in der Stadt soll zukünftig kostenlos genutzt werden und die Schulen sollen eine nachhaltige Zusage nach dauerhaftem Erhalt ihrer Gebäude bekommen. Der Fraktionsvorsitzende Bodo Philipsen betont, dass mit beiden Anliegen die Zukunftsfähigkeit der Stadt unter Beweis gestellt werden soll.

Allein die von der SPD geforderte Einführung des verbilligten Stadttarifs habe in einem Jahr die Fahrgastzahlen deutlich angehoben. Der komplizierte Kauf eines Tickets und der undurchsichtige Tarifdschungel halten viele Bürger davon ab, den Bus zu nutzen. Diese Schwelle könne man deutlich senken, wenn man den Bus kostenfrei anböte, so die SPD in einer Pressemitteilung. Der Bus koste, ob er voll oder leer fahre. Mit dem Beschluss des Gemeinderates zur zukünftigen Gestaltung von Mobilität, der von allen Fraktionen getragen worden sei, habe man die Absicht verbunden, bevor man neue Straßen baue, alles zu tun, den Autoverkehr zu verringern. Welche großen Potenziale hier noch beim Busverkehr lägen, hätte die Einführung des Stadttarifs unterstrichen, meint Sarah Holczer, die diesen Antrag formuliert hat. Nur so könnten auch die gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxid- und Feinstaubwerte eingehalten werden. Ansonsten stünde bald das Verbot von Dieselfahrzeugen in der Innenstadt bevor.

Beim Erhalt der öffentlichen Gebäude verspiele die Stadt ihr Vermögen. Die SPD fordert deswegen, dass der Sanierungsstau an den Schulen nun endlich nachhaltig beseitigt werde. In einem weiteren Haushaltsantrag fordern sie deswegen, dass die 1,2 Prozent eines Gebäudewertes, die jährlich für die Bestandserhaltung erforderlich sind, in den nächsten Jahren zumindest für die Schulen auch tatsächlich investiert würden. Hunderten von Schülern, die täglich mit nicht mehr zu öffnenden Fenstern, abbröckelndem Mörtel oder jahrzehntealten Teppichböden leben und arbeiten müssten, könnte dies nicht mehr zugemutet werden. Pädagogisch sei dies ein verheerendes Zeichen dafür, wie wenig unserer Gesellschaft Bildung wert sei, wenn sie andererseits in ihrem Alltag glitzernden Luxus in Einkaufszentren oder Banken erleben.

Wie das Beispiel der Grundschule Haslach zeige, die nun abgerissen und neu gebaut werden müsse, spare man auch langfristig mit der Vernachlässigung der Schulen kein Geld. Im Übrigen sei kein Euro in Deutschland besser angelegt als einer in Bildung.

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