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Vergewaltiger kommt mit Bewährung davon

Artikel vom 26. September 2016 - 21:00

Von Bernd S. Winckler

HERRENBERG. Ausgesprochenes Glück hatte ein 41-jähriger ehemaliger rumänischer Polizist und Ex-Blauhelm-Soldat vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Mann war wegen mehrfacher Vergewaltigung und Körperverletzung in Herrenberg angeklagt (wir berichteten) - und ist jetzt aufgrund eines vollen Geständnisses zu milden zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Die Richter haben sich nach Anhörung der vergewaltigen Frau ein umfassendes Bild der Beziehung der beiden verschafft und kamen - auch nach Anhörung einer psychiatrischen Gutachterin - zu dem Ergebnis, dass zum einen die Geschädigte psychisch leicht angeschlagen sei, zum andern der Angeklagte ein extrem dominanter Typ sei. Die Frau war ihm demzufolge absolut hörig, auch in sexueller Hinsicht, wie die Gutachterin bescheinigt. Die Liebesbeziehung der beiden war auch geprägt von mehreren Abtreibungen der Frau, von Trennungen und Versöhnungen - eine Achterbahn der Beziehung, die mit Schlägen und Vergewaltigungen schließlich endete.

Daraus resultieren nach richterlicher Feststellung die Taten, angefangen von mehrfachen Faustschlägen auf den Kopf der Frau, jeweils in Verbindung mit Vergewaltigungen im Auto oder in einem Hotel in Kayh, beziehungsweise auf dem Parkplatz beim Waldfriedhof Herrenberg. Große Teile der Körperverletzungen haben die Richter per Einstellung unter den Tisch fallen lassen, womit sie die Geständigkeit des Angeklagten belohnten. Geblieben waren zwei Fälle von Körperverletzungen und drei Fälle von Vergewaltigungen, wofür die 5. Große Strafkammer nun eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verhängte. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage muss der Verurteilte an die Frau ein Schmerzensgeld von 4500 Euro zahlen. Als freier Mann durfte er den Gerichtssaal verlassen.

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