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Vorzeitiges Ende der Herrenberger Freibadsaison

Wieder zu hohe Keimbelastung im Naturbad - Müller: "Wir werden jetzt nicht mehr öffnen"

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    Die Uhr ist abgelaufen für die Saison im Herrenberger Naturfreibad: Wegen zu hoher Belastung mit dem Pfützenkeim, Pseudomonas Aeruginosa, wird das Bad ab sofort geschlossen Foto: Martin Müller

Das Herrenberger Naturfreibad muss wieder wegen zu hoher Keimbelastung geschlossen werden. Die Badesaison 2016 endet damit in Herrenberg vorzeitig. "Für uns steht fest, dass größere Maßnahmen bis hin zu einem kompletten Austausch des Neptunfilters notwendig sind", erklärt Florian Müller, Leiter der Stadtwerke, in einer Pressemitteilung.

Artikel vom 08. August 2016 - 16:12

HERRENBERG (red). Jetzt seien die Planer seien in der Verantwortung, so Müller. Bereits Ende Juni hatte das Naturfreibad wegen einer zu hohen Konzentration des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa geschlossen werden müssen. Damals wurde der Grenzwert von 100 Koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Wasser an einer Stelle im Becken mit 180 KBE deutlich überschritten.

Erneut sind jetzt in einer Probe von Donnerstag, 4. August, an zwei Stellen Werte von mehr als 200 KBE festgestellt worden. Um keine Badegäste zu gefährden, haben die Stadtwerke das Naturfreibad am Montag umgehend geschlossen. Chancen für eine Wiedereröffnung in diesem Sommer sieht Stadtwerke-Chef Florian Müller nicht mehr: "Die Freibadsaison 2016 ist definitiv beendet."

Die Vermutung liege nahe, dass Fehler bei der Bauausführung für die wiederkehrende Keimbelastung verantwortlich sein könnten. Das Sicherheitskonzept wurde von Betreiberseite gewissenhaft umgesetzt. Im August 2015 war das Bad an insgesamt 23 Tagen geschlossen gewesen, in diesem Jahr konnten die Badegäste an neun Tagen nicht schwimmen. "Wir werden jetzt nicht mehr öffnen, bis die Ursache definitiv gefunden ist", sagt Müller. "Das kostet Zeit, deshalb müssen wir die Freibadsaison vorzeitig beenden." Für die Stadtwerke steht das Granulat des Neptunfilters im Fokus. "Die Hydraulik und die Filter werden Gegenstand von gutachterlichen Untersuchungen sein", kündigt Bürgermeisterin Gabrielle Getzeny an. "Damit es zu einem dauerhaften, störungsfreien Betrieb kommt."

Die Bakterien-Werte der Wasserproben waren in den Wochen nach der ersten Schließung zwar deutlich unter dem Grenzwert von 100 KBE geblieben, allerdings schwankte die Pseudomonaden-Konzentration und stieg -wenn auch nur leicht - von Woche zu Woche an. "Wir haben das aufmerksam beobachtet und waren daher in intensivem Austausch mit den Planern", sagt Müller. Ein Beauftragter der Firma Polyplan war zuletzt am vergangenen Donnerstag vor Ort. Für die Stadtwerke als Betreiberin sei klar gewesen, dass hier nochmals deutlich nachgebessert werden müsse. Die Stadtwerke hätten dies eigentlich für die Schließzeit vorgesehen. Die Stadtwerke werden die Planer umgehend vor Ort bestellen und gleichzeitig einen Gutachter einschalten.

Alle Augen richten sich jetzt auf die Planer des Freibades, die Firmen Polyplan aus Bremen und Wasserwerkstatt aus Bamberg, die nach der Schließung im Juni einen reibungslosen Badebetrieb in Aussicht gestellt hatten.

Für alle, die trotzdem ihre Bahnen ziehen wollen, hat das Hallenbad im Längenholz geöffnet. Auch im Kinderbereich des Freibades kann weiter gespielt und gebadet werden. Ursprünglich sollten im Hallenbad zwischen dem 15. August und 11. September notwendige Renovierungsarbeiten stattfinden. Diese werden verschoben. Wie die Saisonkartenbesitzer entschädigt werden, muss der Gemeinderat im Herbst entscheiden. Ein schwacher Trost für die Herrenberger Wasserratten.

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