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Sindelfinger CDU-Chef wirft Hut in den Ring

Thomas Riesch (33) will Gärtringer Bürgermeister werden - "Bin im Kommunalen verwurzelt"

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    Gärtringer Bürgermeister-Kandidat: Thomas Riesch Foto: red

Das Gärtringer Kandidatenkarussell um den Bürgermeisterstuhl beginnt sich zu drehen. Nach dem Rohrauer Torsten Widmann wirft jetzt der Sindelfinger Thomas Riesch seinen Hut in den Ring und will Nachfolger von Michael Weinstein werden.

VON HELMUT SCHILLING

Artikel vom 23. Oktober 2014 - 17:42

GÄRTRINGEN. Wenn am morgigen Samstag die offizielle Bewerberfrist um den Gärtringer Bürgermeisterposten beginnt, will der 33-jährige Thomas Riesch auch gleich seine Bewerbungsunterlagen in den Briefkasten des Rathauses werfen. Und er hat in einem Schreiben auch schon die Gemeinderatsmitglieder von seinen Absichten informiert.

Wie eine Kommune funktioniert und wie beispielsweise ein Haushalt zu interpretieren ist, das weiß der studierte Volljurist. "Ich bin im Kommunalen verwurzelt", sagt Riesch, der seit zehn Jahren im Sindelfinger Gemeinderat für die CDU sitzt und stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist. Außerdem ist Thomas Riesch Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Und auch seine Brötchen verdient der Kandidat bei der CDU: Seit zwei Jahren ist er Büroleiter des Landtagsabgeordneten Paul Nemeth. Riesch sieht sich hier an der Schnittstelle zwischen Kommunal- und Landespolitik. Verwaltungserfahrung habe er, so Riesch, auch schon während seines Referendariats gesammelt im Staatsministerium und beim Städtetag Baden-Württemberg.

Fragebogen an alle Gärtringer Haushalte

Auch wenn er Mitglied der CDU sei, betont Riesch ausdrücklich, sei Kommunalpolitik keine Parteipolitik, er trete in Gärtringen als Person an. Um sich voll und ganz auf den Gärtringer Wahlkampf konzentrieren zu können, kündigte er an, sein Amt als CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Sindelfingen im November nach sieben Jahren abgeben zu wollen. Auch damit wolle er zeigen, nicht als Parteikandidat, sondern als Person, als Thomas Riesch, den Wahlkampf zu führen. Er gehe allerdings davon aus, Unterstützung von der Gärtringer CDU zu erfahren. Er werde sich aber demnächst in allen Fraktionen des Gärtringer Gemeinderats und Ortschaftsrats präsentieren.

Riesch geht davon aus, dass die heiße Wahlkampfphase erst im Januar beginnt, doch schon im Vorfeld will er den Gärtringern aufs Maul schauen. Der November sei für ihn die Phase des Zuhörens. Deshalb werde er auch an alle Gärtringer Haushalte einen Fragebogen verteilen und fragen, wo der Schuh in der Gemeinde drückt. Die Anregungen aus den Fragebögen wolle er dann in sein Arbeitsprogramm für Gärtringen, das er im Januar vorlegen will, einfließen lassen.

Ein Manko hat Riesch in Gärtringen schon ausgemacht. Drei Millionen Gewerbesteuer für einer Gemeinde dieser Größe sei zu wenig, glaubt er. Deshalb würde er die Wirtschaftsförderung als Hauptthema auf seine Agenda setzen. Es gehe darum, die örtlichen Betriebe zu halten und gleichzeitig müsse man nach Neuansiedlungen schauen.

Die Lage an der S-Bahn und Autobahn hält der Sindelfinger, der seit 15 Jahren in Hinterweil wohnt, für ideal. Außerdem müsse man sich überlegen, ob eine Erweiterung der Gewerbefläche möglich ist. Wichtig sei, das Thema zur Chefsache zu erklären und den Standort Gärtringen noch besser herauszuheben.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht der 33-Jährige in den Bildungs- und Betreuungsangeboten. Hier sei in Gärtringen schon viel entstanden, wichtig sei es, den hohen Standard zu erhalten. Das gelte vor allem auch für das Schulangebot, was heute auch ein wichtiger Standortfaktor für Betriebe sei. Wichtig auch die Sanierung und der Erhalt der kommunalen Infrastruktur. Beim vom Gemeinderat beschlossenen Umbau der Ortsdurchfahrt sei es wichtig, dass die Bauzeiten eingehalten würden, da müsse man dran bleiben und als Bürgermeister auch mal selbst auf der Matte stehen.

"Ein Bürgermeister muss am Ort wohnen"

Gärtringen habe große Entwicklungspotenziale, die es zu nutzen gelte, glaubt Thomas Riesch. Er möchte ein Bürgermeister sein, der nicht nur verwalte, sondern auch gestalte. Ganz klar ist für Thomas Riesch, der Single ist, dass er im Fall eines Wahlsiegs nach Gärtringen zieht. "Ein Bürgermeister muss am Ort wohnen, ich finde, das gehört sich."

Als Gegenkandidaten hat Thomas Riesch bisher den Rohrauer Torsten Widmann (wir berichteten), der ebenfalls seine Kandidatur angekündigt hat. Die offizielle Bewerbungsfrist beginnt am morgigen Samstag und endet am 5. Januar. Offizielle Bewerbervorstellung ist am Samstag, 17. Januar. Die Wahl wird am 25. Januar durchgeführt.

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