Jede helfende Hand wird gebraucht

DRK Sindelfingen hält trotz Corona-Gefahr mit behördlicher Sondererlaubnis einen Sanitätsgrundausbildungs-Kurs ab

Artikel vom 25. März 2020 - 17:18

SINDELFINGEN (red). Im Kampf gegen das Coronavirus stehen 14 von der DRK-Bereitschaft Sindelfingen neu ausgebildete Sanitäterinnen und Sanitäter von DRK-Gemeinschaften aus dem ganzen Landkreis Gewehr bei Fuß. Trotz des stets mitschwingenden Ansteckungsrisikos konnten die Ausbilder des DRK-Ortsvereins Sindelfingen auf Bitten des Landratsamts und der Stadt Sindelfingen die gerade laufende Ausbildung der 14 jungen DRK-Angehörigen mit amtlicher Sondererlaubnis erfolgreich abschließen, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuzes.

Bei der Abwägung von Risiko und Nutzen des Abschlusses der DRK-Sanitätsgrundausbildung überwog bei allen Beteiligten - auch bei den zuständigen Behörden - der Aspekt, dass in den nächsten Wochen wohl jede ausgebildete helfende Hand gebraucht werden wird. Damit diese helfenden Hände dann auch zur Verfügung stehen können, prägten entsprechend umfangreiche Präventionsmaßnahmen das letzte Ausbildungswochenende. Neben einer Lehrsaalbestuhlung, mit der der empfohlene Mindestabstand zwischen den Lehrgangsteilnehmern eingehalten werden konnte, trugen alle Lehrgangsbeteiligten Atemschutzmasken.

Die Masken schützen zwar nur andere vor der eigenen Atemluft, wenn aber alle solche Atemmasken tragen, ist auch so das Übertragungsrisiko nahezu gegen null minimiert. Im Gegensatz zu China, wo diese Praxis im gesamten öffentlichen Leben schon immer geübt wird und wohl auch dieses Mal erfolgreich war, vermisst man eine solche Präventionsmaßnahme in den westlichen Ländern. "Eine Sanitätsausbildung mit Atemmasken, das haben wir in unserer über 30-jährigen Ausbildertätigkeit nie erlebt," meinten die beiden Ausbildungsleiter Thomas Brückner und Wolfgang Bux.

Natürlich war in der gegenwärtigen Situation das Thema Infektionskrankheiten und die Hygienemaßnahmen zur Verhinderung ihrer weiteren Ausbreitung Schwerpunkt der Ausbildung. Intensiv geschult wurden daneben Maßnahmen der Wiederbelebung sowie Maßnahmen bei akuten Notfällen wie bei Schlaganfällen, Blutgefäßverschlüssen an den Extremitäten oder bei Sportverletzungen. In "normalen" Zeiten bilden sogenannte Sportplatzdienste einen Schwerpunkt der DRK-Sanitätsdienste. Wert gelegt wurde bei der Ausbildung darauf, den Teilnehmern zu vermitteln, dass sich bei den Patienten nicht bloße Objekte medizinisch-technischer Maßnahmen sind, sondern Menschen, die auch der mitmenschlichen Betreuung und Zuwendung bedürfen.

"Der Verantwortungsdruck hinsichtlich des Abschlusses des Sanitätslehrgangs war bei den als Lehrgangsleitung und Ausbilder tätigen Sindelfinger DRK-Ehrenamtlichen enorm," meinte DRK-Kreisbereitschaftsleiterin Birgit Bux bei der Übergabe der Teilnahmebescheinigungen.

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