Hilfe für Corona-Risikopatienten

Freiwillige haben in Sindelfingen die Aktion "Helfen statt Hamstern" ins Leben gerufen

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    "Helfen statt Hamstern": Die Initiatoren sind am Planen Foto: red

In der Krise rücken die Bürger zusammen. In Sindelfingen hat sich ein Bündnis zusammengefunden, dessen Mitglieder Menschen zur Hand gehen wollen, die wegen der Corona-Pandemie derzeit besser nicht aus dem Haus gehen sollten.

Artikel vom 18. März 2020 - 17:24

Von Gerlinde Wicker-Naber

SINDELFINGEN. Ältere Menschen, aber auch jüngere, die ein Herzleiden haben, an Krebs erkrankt sind oder an Asthma leiden, gelten als besondere Risikogruppe für das Coronavirus. Damit diese Personen möglichst wenig das Haus verlassen müssen, wollen andere - junge und mittelalte gesunde Menschen - sie unterstützen. In Sindelfingen hat sich ein breites Bündnis gegründet. Es trägt den verheißungsvollen Namen "Helfen statt Hamstern".

Der frühere Jugendgemeinderats-Chef Samet Mutlu, der Grünen-Fraktionschef Tobias Bacherle oder der junge FDP-Rat Max Reinhardt gehören dazu. Dabei sind auch gestandene Kommunalpolitiker wie der SPD-Fraktionschef Axel Finkelnburg, Ehrenamtliche wie Jens Musleh und Ingo Sika, aber auch die evangelischen Kirchengemeinden, der Jugendgemeinderat und die Kinderfilmakademie Sim TV.

Bei Sim TV ist auch die Zentrale des Bündnisses. Dort sollen täglich Helfer sitzen, die an einer Hotline die Anrufe hilfesuchender Bürger entgegennehmen. Bei Bedarf kann die Hotline auf die Mobiltelefone der Aktiven umgeschaltet werden. "Wir bieten Hilfe zum Beispiel für das Einkaufen an", sagt Max Reinhardt. Angefragt werden können die Helfer auch als Gassigeher oder Kinderbetreuer.

Das Besondere an dieser Aktion ist, dass die Helfer über viele Kanäle zu erreichen sind. Die Hotline soll täglich von 9 bis 18 Uhr besetzt sein. Helfer können sich können sich auf der Website oder über eine Whats-app-Gruppe registrieren. Zudem gibt es eine eine Facebook-Seite, auf der sich Helfer und Hilfsbedürftige vernetzen können. Und dann gibt es noch ganz klassisch sogenannte Helferzettel, die in Arztpraxen und Supermärkten ausgelegt werden. Den Helferzettel veröffentlichen wir auch unten auf dieser Seite. Aufgerufen, sich als Helfer zu betätigen, sind alle gesunden Sindelfinger. Sie können die Helferzettel mit ihren Kontaktdaten ausfüllen und an ihren Briefkasten oder an ein schwarzes Brett im Mehrfamilienhaus oder im Supermarkt hängen. So können Hilfsbedürftige direkt Helfer in der Nachbarschaft finden. Wer bei der Hotline anruft, dem wird ein Helfer vermittelt.

Die Sindelfinger ist nicht die einzige Aktion im Kreis Böblingen. In Herrenberg bieten verschiedene Gruppen ihre Dienste an. In der Kernstadt sind es aktuell der CVJM und die muslimischen Gemeinden. In den Stadtteilen engagieren sich Ehrenamtliche der evangelischen Kirchengemeinden.

In Böblingen will die Stadtverwaltung über das Amtsblatt Helfer und Hilfesuchende vernetzen. Geplant ist ein Helferzettel, den Freiwillige ausfüllen und weitergeben können.

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