Vergärungsanlage Leonberg: Wiederaufbau im nächsten Jahr

Die Vergärungsanlage in Leonberg war im September 2019 abgebrannt - Für den Wiederaufbau steht jetzt das Planungsbüro fest - Baustart für 2021 geplant

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    Nur noch ein Trümmerhaufen: Die Vergärungsanlage in Leonberg nach dem Brand im vergangenen Herbst Foto: red

Der Schock saß tief, als ein verheerender Brand in der Nacht auf den 11. September 2019 die Vergärungsanlage bei Leonberg fast vollständig zerstörte. Schnell war klar, dass ein Wiederaufbau erfolgt. Nun steht das Planungsbüro dafür fest.

Artikel vom 21. Februar 2020 - 16:42

LEONBERG (red). Ein Großteil der Gebäude und fast alle Prozessanlagen waren wie berichtet ein Opfer der Flammen geworden. Immerhin kamen keine Menschen zu Schaden. Schon wenige Stunden nach der Brandnacht hatten die beiden Landkreise Böblingen und Esslingen den Wiederaufbau der Anlage beschlossen. Die beiden Landkreise betreiben die Bioabfallverwertung GmbH in Leonberg (BVL) gemeinschaftlich.

Nun ist laut Pressemitteilung des Landratsamtes ein wichtiger Schritt erfolgt: Nach europaweiter Ausschreibung der Planungsarbeiten zum Neubau der Vergärungsanlage hat die Firma AWiPlanPPD GmbH aus Filderstadt den Zuschlag erhalten als Generalplaner. Das Fachbüro habe langjährige Erfahrung in der Planung und im Bau von Bioabfallaufbereitungsanlagen.

"Der Vertrag ist eine wesentliche Voraussetzung, um die zerstörte Vergärungsanlage rasch wieder aufzubauen", sagt der Böblinger Landrat Roland Bernhard, "dabei ist mir besonders wichtig, dass wir in enger Abstimmung mit unseren Esslinger Partnern eine moderne, innovative Anlage errichten. Wir wollen die beste verfügbare Technik nutzen, um Bioabfälle möglichst hochwertig zu verwerten. Mit dem gewonnen Biogas ersetzen wir fossile Brennstoffe, was Umwelt und Klima schont."

Auch Ulrich Hommel, Geschäftsführer der AWiPlan PPD GmbH, freut sich auf das Projekt: "Anlagen zur Verwertung von Bioabfällen sind seit Jahrzehnten ein Schwerpunkt in der Arbeit unseres Büros. Für uns hat dieser Auftrag höchste Priorität."

Seit dem Brand wird der Biomüll aus dem Landkreis Böblingen nicht mehr auf der Vergärungsanlage aufbereitet, sondern bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage zu Partnerunternehmen abgefahren. Einen erheblichen Teil des Biomülls verarbeitet das Kompostwerk Kirchheim/Teck. Zudem hat sich die BVL weitere Verarbeitungskontingente in anderen Vergärungsanlagen gesichert, in denen mit dem bei der Vergärung anfallenden Biogas Strom und Wärme gewonnen wird. Damit sei die hochwertige Verwertung des Biomülls aus dem Landkreis Böblingen auch für die Planungs- und Bauphase weiterhin gewährleistet.

In Leonberg soll künftig eine Vergärungsanlage für die Verarbeitung von etwa 60 000 Tonnen Biomüll aus den Landkreisen Böblingen und Esslingen entstehen. Mit dem dabei anfallenden Gärrest werde im Kompostwerk Kirchheim hochwertiger Qualitätskompost hergestellt. Die baulichen und technischen Planungen für den Neubau sollen bis Herbst 2020 abgeschlossen sein. Der Baubeginn wird für 2021 angestrebt.