Grafenau: Neues Spritzenhaus macht Arbeit und motiviert

Hauptversammlung der Grafenauer Feuerwehr steht ganz im Zeichen des projektierten Feuerwehrgerätehauses

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    Die Jubilare der Feuerwehr Grafenau (von links): Julia Meltsch (15 Jahre), Marko Schulz (25 Jahre) und Walter Stark (50 Jahre)

60 Einsätze, davon viele Überlandhilfen bei Großeinsätzen, hatte die Grafenauer Wehr im vergangenen Jahr zu bewältigen. Doch auch ihr neues Domizil im Würmtal machte Arbeit. Um die Planungen für das neue Feuerwehrhaus ging es auch bei der Hauptversammlung am Samstagabend.

Artikel vom 20. Januar 2020 - 18:36

GRAFENAU (red/wei). Ein Jubiläum feiert Kommandant Thomas Butsch, der schon seit 25 Jahren die Wehr in der 6700-Einwohner-Gemeinde anführt. Er berichtete ebenso über Großbrände in Sindelfingen und Darmsheim wie über Außergewöhnliches - etwa den Hangrutsch mit drohendem Gebäudeeinsturz - oder auch über Kniffliges wie den Kellerbrand an Heiligabend. Die Wehr kommt so auf über 1000 Einsatzstunden. Zwar ging die Zahl der Einsätze zurück, die Einsatzzeit ist jedoch leicht gestiegen.

"Atemschutzgeräteträger im Innenangriff haben eine enorm hohe Belastung, die man mit Kampfjet-Piloten vergleichen kann", betonte Kommandant Butsch. Aber auch Übungsstunden gehören dazu. "Dass dann bei einem Verkehrsunfall alles so abläuft wie zigmal geübt, freut mich und zeigt von eurem großen Leistungsstand", lobte Butsch seine Truppe, die sich aus Männern und Frauen zusammensetzt.

"Die Jugendfeuerwehr trägt zu der Leis-tungsfähigkeit bei", weiß Jugendfeuerwehrwart Gianluca Biela. Jugendarbeit gebe den Einsatzkräften Ausgeglichenheit und lasse so manch schlimmes Einsatzerlebnis verblassen.

Naturgemäß standen die Planungen für den Feuerwehr-Neubau an der Stegmühle im Mittelpunkt der Hauptversammlung. Schließlich ist damit die Zusammenlegung der Feuerwehrabteilungen Döffingen und Dätzingen verbunden. Deshalb investiert die Feuerwehrführung auch eine Menge Zeit und Engagement, um das beste Ergebnis zu erzielen. Das rund sechs Million Euro teure Projekt steht am Ende einer über 20 Jahre alten Absicht, die Wehren zu zentralisieren. Mit sieben Stellplätzen für Fahrzeuge und Logistik sowie einer Box zur Fahrzeugpflege, einem Werkstatt- und Hygiene-Bereich, separaten Umkleidemöglichkeiten für Jugend- und Einsatzabteilung sowie Räumlichkeiten für Verwaltungsstab, Bereitschaften und Schulung plant die Wehr gemeinsam mit Rathaus, Gemeinderat und Fachplanern derzeit ihr neues Domizil.

"Hierzu werden wir in den kommenden Tagen den Fachzuschuss einreichen und hoffen mit einem positiven Bescheid", nannte Kommandant Thomas Butsch den nächs-ten Schritt, der gleichzeitig auf die strikten Vorgaben bei Planung und Bau von Feuerwehrhäusern hinwies. Von der Fußboden-Beschaffenheit und der Stellplatz-Größe bis hin zur Beleuchtung und zur Bauausführung sei dort nahezu alles geregelt.

Die solide Planung, so Butsch, hat auch den Gemeinderat in seiner letzten Sitzung überzeugt. Die Ratsrunde hatte deshalb am Mittwoch die Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung abgesegnet.

"Es wird Zeit für einen Neubau", unterstrich auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Frech, der zu den Ehrengästen des Abends gehörte. "In Grafenau kann ich beruhigt auf eine solide Führung blicken, die routiniert ein extrem hohes Sicherheitsniveau in Grafenau und über die Gemeindegrenzen hinaus gewährleistet", lobte Frech. Auf die Grafenauer Feuerwehr könne man sich verlassen - auch bei der vielfältigen Unterstützung, sei es im Führungsstab, im Verbandsausschuss oder bei der Ausbildung. Auch Bürgermeister Martin Thüringer zollte den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten seinen Respekt: "Gerade der Kellerbrand, wenn andere Zeit für Familie und Freunde haben, hat einiges abverlangt. Auf euch ist Verlass."

Langjährige geehrt und Führung bestätigt

Dazu braucht es auch Kontinuität und Erfahrung. Einer, der sich besonders lange in der Wehr einsetzt und für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Ehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung geehrt wurde, ist Walter Stark. "Vom Chef-Kreisausbilder bis zum Kommandanten hat er nahezu alle Positionen in der Feuerwehr durchlaufen, steht mit Rat und Tat zur Seite und ist eine Führungspersönlichkeit ersten Ranges", hob Kommandant Thomas Butsch hervor, während die Versammlung stehend applaudierte. Aber auch den Jubilaren für 15, 25 und 40 Jahre Feuerwehrdienst wurde mit einer Menge Beifall gratuliert: Julia Meltsch, Marko Schulz, Christoph Heinkele und Jörg Heinkele engagieren sich eifrig für ihre nächsten in der Gemeinde und wurden deshalb mit Ehrenzeichen in Bronze, Silber und Gold ausgezeichnet.

Große Anerkennung erfuhr auch die Feuerwehrführung: Einstimmig wurden die Kommandanten und der Feuerwehrausschuss in ihren Ämtern bestätigt. Damit wurde ihnen für die weiteren Gebäudeplanungen der Rücken gestärkt.

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