In der Kinderkirche Begeisterung entfacht

Ingrid Balzer wird aus ihren kirchlichen Ämtern verabschiedet

Artikel vom 17. Januar 2020 - 17:36

SINDELFINGEN (red). Ingrid Balzer wird am Sonntag aus ihren Ämtern in der evangelischen Kirche verabschiedet. Die 80-Jährige war seit 2003 war sie Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats.

"Durch die Begegnung mit den biblischen Geschichten in der Kinderkirche wurde in der jungen Ingrid Balzer einst das Feuer gelegt, das bis heute für die Christengemeinde und die bürgerliche Gemeinde brennt", heißt es in einer Pressemitteilung des geschäftsführenden Pfarrers der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen. Jesu Aufforderung "Lasst die Kinder zu mir kommen" sei Bestandteil ihrer christlichen DNA. Gerade wenn es um Kinder, Frauen, Familien und um die Fürsorge für Menschen - kurz: um das menschliche Wohl - gegangen sei, habe sich die "Grande Dame" immer mit vollem Einsatz engagiert.

Mit der Martinskirchengemeinde ist sie groß geworden. In der Christuskirchengemeinde war sie später voll aktiv. Das Waldheim Eichholzer Täle - sie war selbst Waldheimkind -, das Haus der Familie und der einzige kirchliche Kindergarten in Sindelfingen im Pflegeheim Burghalde mit seinem intergenerationellen Konzept waren ihre Herzensanliegen.

"Mit ihrem entschiedenen, nachdrücklichen und - wenn es sein musste - auch renitenten Engagement hat sie sich in der Kirche um der Menschen willen eingesetzt, Feste organisiert, Frauen zusammengebracht, jahrelang den Frauenkreis ,Frauen miteinander geleitet", schreibt Junginger. Sie engagierte sich im Bezirksarbeitskreis der Frauen und war seit 1978 Kirchengemeinderätin in der Christuskirche. Ab Dezember 1999 war sie die Vorsitzende des Gremiums, dann auch Mitglied der Bezirkssynode und des Kirchenbezirksausschusses.

Im November 2003 übernahm sie den Vorsitz in der Leitung der Gesamtkirchengemeinde und - nicht nur während der Zeiten ohne geschäftsführenden Pfarrer - die damit verbundenen zusätzlichen Geschäftsführungsaufgaben, so auch für den Kindergarten und in der Leitung und Begleitung der IAV-Stelle und im Vorstand der Ökumenischen Sozialstation. Der Schrumpfungsprozess der Kirchengemeinden, der Abbau von Pfarrstellen schmerzte sie und konnte sie dazu bringen, auch direkt bei der Kirchenleitung auf der Gänsheide beharrlich vorstellig zu werden.

Würdigung mit Brenz-Medaille

"Ingrid Balzer hat sich aus tiefstem Herzen in der Nachfolge Jesu für die Menschen in Sindelfingen engagiert. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie sich als Vertreterin der Gemeinden und Kirchenmitglieder manchmal mehr Verständnis und Unterstützung von kirchenleitender Seite gewünscht hätte", heißt es in Jens Jungingers Pressemitteilung. "Wir sind Ingrid Balzer wahrlich von Herzen dankbar für ihr hohes und umfassendes Engagement. Dass sie im letzten Jahr die bronzene Brenz-Medaille verliehen bekommen hat, ist ein sichtbares Zeichen der besonderen Würdigung und Anerkennung ihres jahrzehntelangen Einsatzes im Dienst der Menschen, für die die Kirche da ist."

Auf kommunalpolitischer Ebene ist Ingrid Balzer weiterhin aktiv. Sie ist unter anderem Vorsitzende der Freie-Wähler-Fraktion im Gemeinderat und Mitglied des Kreistags.

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