Klangstation und Lauschbett auf dem "Keppiweg"

Weil der Stadt bekommt in Merklingen einen Walderlebnispfad: Pfadfinder haben schon mal gut vorgelegt - Naturschutzjugend legt sich auch ins Zeug

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    Sonja Nolte, Anne Meckelburg, Wolfgang Gabert-Wentsch, Isolde Reinert und Gudrun Lieb (von links) haben noch weitere gute Ideen für den Walderlebnispfad

Wer sich beim Merklinger Schützenhaus im Wald über merkwürdiges Mobiliar wundert, sollte nicht an der eigenen Wahrnehmung zweifeln. Es ist der in Arbeit befindliche Walderlebnispfad namens "Keppiweg" - in Anlehnung an den berühmten Sohn der Stadt: Johannes Kepler.

Artikel vom 29. Juli 2019 - 18:18

Von Annette Frühauf

MERKLINGEN. "Seit über zwei Jahren arbeiten wir an dem Projekt Walderlebnispfad", erklärt Gudrun Lieb von der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement. Bei der Zukunftswerkstatt 2016 brachte Sonja Nolte die Idee im Rahmen einer kinderfreundlichen Stadt ein. "Wir haben neben den Vereinen auch Kindergärten und Schulen in die Planung für den Walderlebnispfad einbezogen", sagt Nolte, die ebenfalls zum Ortstermin im Waldgebiet Berghof gekommen ist - gemeinsam mit Anne Mecklenburg, der Leiterin der Naturschutzjugend des Naturschutzbunds Ortsgruppe Weil der Stadt (Naju), Wolfgang Gabert-Wentsch, Bauleiter des Projekts, und Isolde Reinert, der Nachfolgerin von Gudrun Lieb als Fachstellenleiterin.

Als idealen Standort wurde nach zahlreichen Sitzungen von einer Arbeitsgruppe das Waldgebiet Berghof ausgewählt, das an das Merklinger Schützenhaus angrenzt. Diesem Vorhaben stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung des technischen Ausschusses Ende 2018 zu. Nachdem auch die Genehmigung des Landratsamts vorliegt, hat der Aufbau der Stationen begonnen. Im Rahmen der deutschlandweiten 72-Stunden-Aktion, einer Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, haben die Pfadfinder der Keplerstadt an den drei Aktionstagen zwischen den 23. und dem 26. Mai die erste Station bereits erstellt.

Am stabilen Holzgerüst der Klangstation hängt eine riesige Gongschale. Daneben ist eine Tonleiter aus Abflussrohren angebracht, die mittels zweier Flip-Flop-Sohlen bespielt wird. Agogog-Bells, Metallglocken, ein Klangwindspiel und verschieden große Stimmgabeln stehen ebenfalls zum Bespielen zur Verfügung. "Einen Teil der Anlage haben die Pfadfinder selber geplant und umgesetzt", sagt Gudrun Lieb.

Fünf weitere Stationen, darunter der Specht-Baum, ein Podest zur Tierbeobachtung, der 40 Meter lange Barfußpfad mit Balancierstämmen, die Lauschstation und der Tierweitsprung sind gerade im Entstehen. Das pädagogische Konzept der Stationen ist an der Natur ausgerichtet. Nachwuchs im Kindergarten- und im Grundschulalter kann sich austoben, spannende Wege erleben, Schätze sammeln und mehr über die heimischen Tiere erfahren. Auf dem eineinhalb Kilometer langen Weg werden die Kinder vom Eichhörnchen-Maskottchen Keppi begleitet, das den Weg durch den Wald und die lichteren Flächen weist.

An jeder Station informieren Tafeln über die Themen rund um die Natur. Zur Lauschstation führt ein kleiner Mulch-Pfad. Auf der kleinen Wiese soll bis spätestens Ende des Jahres eine bequeme Holzliege für Zwei stehen. "Jeder kann hören, was er will oder seine Augen einfach nach oben auf die Baumkronen schweifen lassen", sagt Anne Meckelburg.. Die Blätter der Kiefern, Eschen, Ahorn-, Buchen- und Kirschbäume bewegen sich gerade sanft im Wind. Dahinter blitzt der blaue Himmel hervor. Das Zwitschern eines Kleibers durchdringt vorwitzig die Stille. Auch Buchfinken, Meisen und ein Zaunkönig stimmen in das Vogelkonzert mit ein.

Zur Finanzierung des Pfades stehen rund 8000 Euro an Sponsorengeldern zur Verfügung. Schüler der Würmtalschule Merklingen fertigen die Holztiere für die Tierbeobachtung und auch die Kinder und Jugendlichen der Naju helfen bei der Umsetzung mit.

 

  Wer sich ebenfalls ehrenamtlich einbringen möchte, wendet sich an die Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement, Telefon (0 70 33) 52 11 67.
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