Kulissen, die die Welt bedeuten

Neues mobil-modulares Kulissengerüst im Naturtheater Renningen soll witterungsbeständig sein - Finanzierung über Crowdfunding

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    Noch müssen die Kulissen im Renninger Naturtheater alle Jahre wieder im Herbst abgebaut und eingemottet werden Foto: red

Theater ist Erzählen einer Geschichte. Schauspieler nehmen mit auf eine Reise an einen anderen Ort, in eine andere Zeit, sie zeigen Konflikte, Kämpfe und Emotionen. Dazu braucht es Musik, Maske, Kostüme, Requisiten, Ton, Lichteffekte - und natürlich die Kulissen. Das Naturtheater investiert in neue Aufbauten

Artikel vom 24. Juli 2019 - 19:48

RENNINGEN (red). Kulissen bilden den Hintergrund einer Inszenierung, sie eröffnen dem Zuschauer eine neue Welt. Sie zeigen Ort und Zeit der Geschichte, sie zeigen die Wohnung, das Häusle für die Spieler bei einer Vorstellung, die Szenerie für die Handlung.

Häufig bleiben gerade diese Bilder dem Publikum noch lange nach der Vorstellung abrufbar im Kopf. Viele Überlegungen kommen bei der Planung und Gestaltung der Kulissen deshalb im Naturtheater Renningen ins Spiel. Welche Gänge plant der Regisseur? Welche Türen und Fenster sind notwendig? Welche Gebäude? Braucht es mehrere Stockwerke? Wie wird die Bühne aufgeteilt, damit unterschiedliche Orte dargestellt werden können? Wie kann die Kulisse in einer Spielzeit für zwei Stücke ohne große Umbauten verwendet werden?

"Es ist jedes Jahr ein weiter, kreativer Weg, bis eine Kulisse fertig auf der Bühne steht. Der Bühnenbildner verschafft sich zunächst einen Eindruck von den geplanten Stücken. Es gibt Gespräche im Team, das aus Regisseuren, Kulissenbauer, Bühnenbildner und Vorstandsmitgliedern besteht", weiß Naturtheater-Pressesprecherin Waltraud Kruse.

Aus den rosaroten Luftballons der Regisseure müsse meistens "Luft rausgelassen" werden: technische Umsetzbarkeit mancher hochfliegenden Wünsche, Sicherheitsaspekte, Vereinbarkeit von zwei Inszenierungen am gleichen Standort holten sie in die Realität zurück. Und dann gibt es natürlich den Kostenfaktor, der jährlich mit einer beträchtlichen Summe zu Buche schlägt.

Nach Ende der Spielzeit müssen die Kulissen weitgehend abgebaut werden, da sie den feuchten, kalten Winter nicht überstehen würden. Es ist ja nur ein Holzbau im Wald, ausgesetzt der Witterung, offen nach mehreren Seiten. Von dem Zimmereigeschäft Lauffer in Renningen wurde deshalb ein Konzept für ein mobil-modulares Kulissengerüst erstellt, witterungsbeständig, flexibel für die unterschiedlichen Regiewünsche, teilweise bespielbar auf einer oder auf zwei Ebenen, Türen, Fenster sind variabel einzubauen. Das Gerüst wird einen großen Teil der jetzigen Kulisse und der Sichtblenden abdecken. Es wird über 15 bis 20 Jahre stehen bleiben, wird für jede Spielzeit mit Türen, Fenstern neu bestückt, neu bemalt - jedes Jahr eine neue Illusion.

Um die Idee umzusetzen, will das Naturtheater einen Teil der Investition, nämlich 10 000 Euro, über Crowdfunding finanzieren. Die Volksbank Leonberg/Strohgäu bietet hierfür eine Online-Plattform, um kleine, größere und große Spenden zu sammeln", wirbt Waltraut Kruse, damit künftige Theaterbesuche noch eindrücklicher im Gedächtnis bleiben.

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