Kirchengemeinde möchte Menschen zum Mitmachen anstiften

Vortrag über Mechthild von der Pfalz und Gemeindefest am Wochenende in der und rund um die Sindelfinger Martinskirche

Artikel vom 27. Juni 2019 - 17:12

SINDELFINGEN (red). "Anstiften" lautet das Thema am Wochenende, 29. und 30. Juni, rund um die Sindelfinger Martinskirche.

In Zeiten des Relevanzverlustes, des demografischen Wandels und der Kirchenaustritte sieht sich die Martinskirchengemeinde gerufen, an Anstifter zu erinnern, Anstiftern eine Plattform zu geben und Menschen zum Anstiften zu ermutigen, sagt Pfarrer Jens Junginger. Und so lädt die Gemeinde ein mit dem prophetischen Ruf: "Wohlan, alle, kommt her und ihr werdet leben!"

Am Samstag, 29. Juni, ist um 15 Uhr in die Martinskirche das Thema des Nachmittags "Mechthild von der Pfalz". Ein Relief in der Kirche zeigt sie zusammen mit ihrem Sohn Graf Eberhard im Bart. Sie war eine Anstifterin mit einem bildungspolitischen Engagement, denn sie verstand es, die Potenziale von Sindelfingen für die Gründung der Universität Tübingen einzusetzen. Sie sorgte dafür, dass mit den Möglichkeiten, die das Sindelfinger Chorherrenstift bot, (Bildungs-)Geschichte geschrieben und die Eberhard-Karls-Universität gegründet wurde.

Die Stiftung Martinskirche konnte anlässlich ihres zehnten Jubiläums Rudolf Bütterlin zu einem Vortrag über Mechthild von der Pfalz gewinnen. Er war am Landesgeschichtlichen Lehrstuhl der Uni Tübingen bei Hans-Martin Decker-Hauff tätig. Der Vortrag heißt: "Mechthild von der Pfalz und ihre Universitäten - Vom weitsichtigen Engagement einer Kurfürstentochter und den Sindelfinger Wurzeln der Universität Tübingen".

Am Sonntag, 30. Juni steht das Gemeindefest rund um die Martinskirche unter dem Motto "Anstiften". Das Gemeindefest stiftet an zur "bunten, kommunikativen Tischgemeinschaft. Die Kirchengemeinde will Leute anstiften, aus ihren Häusern, von den He-cken und Zäunen, aus dem Sessel, weg vom PC oder Fernseher an die öffentlichen Tische auf den Kirchplatz zu kommen, zu einer Kirche im öffentlichen Raum", heißt es. Zu Gast ist auch der ehemalige Martinskirchen-Pfarrer Hans-Martin Fetzer, der an die Gründung der Stiftung vor zehn Jahren erinnern wird.

Angestiftet werden soll auch zu einem Eine-Welt-Spiel, zum Malen an der Staffelei, zum Nachfragen, wie einem bei Probleme beim Älter-Werden weitergeholfen werden kann. Jugendliche stiften mit einem Such- und Detektivspiel zur Kirchenerkundung an. Der Turm kann bestiegen werden. In Kurzinterviews erzählen Ehrenamtliche, wozu sie anstiften wollen: zur Kontaktaufnahme mit Neuzugezogenen, zu einem familienorientierten kirchlichen Angebot, zu einem nachhaltigen kirchengemeindlichen Engagement, zum Engagement im Kirchengemeinderat. Kirchentagsbesucher erzählen, wozu der die Gemeinden vor Ort angestiftet hat.

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