Enten und Gänse nicht füttern!

Appell der Stadtverwaltung

Artikel vom 26. Juni 2019 - 13:18

SINDELFINGEN (red). Wasservögel wie Enten und Gänse sind Wildtiere, die in der Natur alleine zurechtkommen und ausreichend zu fressen finden. Werden sie vom Menschen gefüttert, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen und im schlimmsten Fall das gesamte Ökosystem See zerstören. Aus diesem Grund weist das Amt für Grün und Umwelt der Stadt Sindelfingen darauf hin, dass das Füttern von Wasservögeln im Stadtgebiet ganzjährig verboten ist.

"Die Fütterung von Wasservögeln gefährdet die Gewässer und die dort lebenden Tiere und stellt auch für den Menschen eine erhöhte Gefahr dar", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Vögel benötigen Futter mit Rohfasern und Ballaststoffen, Brot sei daher kein geeignetes Futter. Die Vögel würden durch das Brot Energie aufnehmen, die sie aufgrund der wegfallenden Futtersuche nicht verbrauchen; sie würden fettleibig und krank. Auch im Winter sei keine Fütterung notwendig. Wild lebende Wasservögel ziehen bei starkem Frost und Zufrieren des Gewässers auf andere offene Wasserflächen weiter.

In stehenden Gewässern stört die Fütterung das ökologische Gleichgewicht. Es werden weitere Enten und Gänse angelockt. Diese große Anzahl an Wasservögeln verhindere eine ausgewogene Unterwasser- und Ufervegetation sowie die Ansiedlung von Fischen, Amphibien und selteneren Wasservögeln. Der Kot und das nicht verzehrte Brot führen zu einer Überdüngung der Seen. Dadurch wird - insbesondere in der wärmeren Jahreszeit - das Algenwachstum verstärkt. Die Überdüngung senkt den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Wasser und kann übelriechende Gase zur Folge haben. Faulende Futterreste fördern die Entstehung von Bakterien, die wiederum Vögel krank machen und sogar umbringen können.

Wenn Wasservögel ungeeignete Nahrung essen, spielt ihre Verdauung verrückt. Wiesen und Ufer rund um den See sind dann häufig mit dem Kot übersät, der durch die falsche Nahrung oft große Mengen Bakterien enthält. Dadurch entstehe eine erhöhte Infektionsgefahr für spielende Kinder, Spaziergänger und Hunde. Zudem locke liegengebliebenes Futter Ratten und andere Schädlinge an.