Absaugen oder abflämmen

Stadt Sindelfingen bekämpft Eichenprozessionsspinnerraupen

Artikel vom 06. Juni 2019 - 17:54

SINDELFINGEN (red). Zurzeit sind im Stadtgebiet von Sindelfingen vermehrt die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu beobachten. Diese sind auf der Suche nach geeigneten Nahrungs- und Nistplätzen, bevor sie sich in den typischen Gespinstnestern verpuppen. Dazu wandern sie in langen Ketten auf dem Boden, dem Bereich der unteren Stämme und den Astansätzen.

Die heranwachsenden Raupen des Prozessionsspinners bilden sehr feine Brennhaare aus. Diese brechen bei Berührung leicht und der darin befindliche Giftstoff wird freigesetzt. Die Stadtverwaltung warnt davor, die haarigen Raupen anzufassen. Ein direkter Kontakt mit den Raupen oder Gespinsten kann bei Menschen zu starkem Juckreiz, Reizungen der Bindehaut oder der Atemwege führen. Im Einzelfall können allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Anfang Mai fanden auf städtischen Grundstücken prophylaktische Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners statt. Problemstellen wurden gezielt behandelt. Doch die Entwicklung der Raupen sei in diesem Frühjahr klimatisch stark begünstigt worden.

Die Entfernung der Raupen und Nester geschieht nun durch Absaugen mit Spezialsaugern oder durch Abflämmen. Diese Maßnahmen werden vom Grünpflegebetrieb vornehmlich in stark frequentierten städtischen Anlagen wie Schulen, Kitas, Spielplätzen oder anderen öffentlichen Einrichtungen durchgeführt. Im übrigen Stadtgebiet werden die betroffenen Bäume mit Warnschildern versehen. Im Wald werden in der Regel keine Maßnahmen vorgenommen.

Auf Empfehlung des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz hin werden die Raupen derzeit nicht manuell entfernt. Das Ministerium empfiehlt, die Raupen erst dann zu entfernen, wenn sie sich in den Gespinsten verpuppt haben. Durch diese Vorgehensweise werde ein möglichst großer Effekt bei der Beseitigung erzielt und die gesundheitliche Gefährdung der eingesetzten Mitarbeiter verringert.

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