Gericht verhandelt Raubüberfall in Sindelfinger Tiefgarage

Drei junge Männer stehen wegen Raubüberfall in Sindelfinger Tiefgarage und Drogengewinn von 125 000 Euro vor Gericht

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    Symbolbild: Archiv

Artikel vom 14. Mai 2019 - 17:48

Von Bernd S. Winckler

STUTTGART/SINDELFINGEN. Szenen wie aus einem Mafia-Film! Drei 24-, 25- und 28-jährige Männer sollen im Oktober letzten Jahres in einer Tiefgarage in Sindelfingen zwei junge Männer mit Waffendrohung und Schlägen überfallen und zur Zahlung von bis zu 5000 Euro für angeblich vorenthaltene Drogen gefordert haben. "Besonders schwerer Raub", so die Anklage jetzt vor dem Stuttgarter Landgericht, wobei vor Gericht herauskommt, dass einer der Angeklagten in Sindelfingen bei Drogengeschäften ganze 125 000 Euro eingenommen habe.

Zwei Autofahrer wollen in der Nacht zum 11. Oktober 2018 zu ihrem in der Tiefgarage geparkten Fahrzeug gehen, als plötzlich ein schwarzer BMW direkt vor ihnen stoppt und die drei mit Pistolen bewaffneten Angeklagten herausspringen.

Gedroht, ins Knie zu schießen

Die Drohung richtet sich direkt gegen die beiden Nachtschwärmer, denen gesagt wird, man würde ihnen die Finger abschneiden und mit den Waffen in die Knie schießen, falls sie nicht sofort 4000 bis 5000 Euro abliefern. Dieses Geld sei der Gewinn eines zuvor abgewickelten Kokaingeschäfts, welches ihnen nicht zustehe. Vergeblich beteuern die beiden Männer, dass sie nichts mit Drogen zu tun haben und keine Drogen verkauft hätten. Dennoch sollen die drei Angeklagten auf die Bezahlung beharrt haben. Um die Drohung zu untermauern, habe man den beiden Männern durch Kopfschläge mit der Waffe Platzwunden und Hämatome am Auge verpasst. Es würde noch schlimmer kommen, falls sie den Betrag nicht bis zum kommenden Wochenende bezahlen. Zwei Tage danach konnte die Polizei das Trio festnehmen. Einer aus dem Trio ist zusätzlich zu dem angeklagten besonders schweren Raub noch wegen umfangreichen Rauschgifthandels in Sindelfingen angeklagt. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass er in der Zeit von Oktober 2017 bis zur Festnahme am 13. Oktober letzten Jahres Kokain und Marihuana im Einkaufswert von 125 700 Euro an Abhängige verkauft habe. Den Betrag in bar fanden die Polizeibeamte nach der Festnahme des 28-Jährigen in einem Bankschließfach. Ebenfalls sichergestellt wurden dabei ein Abwehr-Sprühgerät und eine Röhm-Pistole samt Munition.

Vor dem Gericht wollen die drei Männer zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen machen, sind aber bereit, den beiden verletzten Männern aus der Tiefgarage Schmerzensgeld zu zahlen. Ein Urteil soll nächsten Monat gegen sie verkündet werden.

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