Sorgen ums Vereinsheim lasten schwer

DRK-Ortsverein Sindelfingen fordert die Hilfe der Stadt bei Finanzierung einer Lösung fürs Albert-Schweitzer-Haus ein

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    Ehrungen beim DRK Sindelfingen (von links): Wolfgang Bux, Judith Grund, Martina Weimer, Dr. Sven Cluss, Susanne Mornhinweg, Michael Majer, Wolfram Bunk und Christian Haug Foto: red

Existenzielle Sorgen bereitet dem Ortsverein Sindelfingen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Sanierung seines Vereinsheims. Ein erfreulicheres Thema bei der Jahreshauptversammlung war das bevorstehende 100. Vereinsjubiläum.

Artikel vom 10. April 2019 - 18:00

SINDELFINGEN (red). Das Albert-Schweitzer-Haus, wie das DRK-Vereinsheim in der Waldenbucher Straße von den Rotkreuzlern genannt wird, ist mit seinen 44 Jahren ins Renovierungsalter gekommen. Das aus dem Jahr 1975 stammende Gebäude muss nicht nur den aktuellen baurechtlichen Vorschriften aufwendig angepasst, sondern auch fit für die künftigen Aufgaben des Ortsvereins gemacht werden. Dafür wurden Gutachten erstellt. Allein für die Brandschutzmaßnahmen summieren sich auf 330 000 Euro. Hinzu kommen weitere Sanierungs- und Optimierungsmaßnahmen, die ein Vielfaches des Betrages erfordern. Ob eine Sanierung des Hauses Sinn macht, ist nicht nur eine bautechnische Frage. Die Umstände um das DRK-Heim herum sind ebenfalls dramatisch: zu wenig Platz für Einsatzfahrzeuge, keine ausreichenden Parkmöglichkeiten für die ehrenamtlichen Helfer, starke Beeinträchtigung durch die Autobahn.

"Gleich welche Lösung für die Zukunft des Vereinsheims auch gefunden wird: Es wird die finanziellen Reserven des Vereins erheblich überschreiten", heißt es vonseiten des DRK. Ohne partnerschaftliche Hilfe der Sindelfinger Bevölkerung, der Stadtverwaltung und des Gemeinderates, so der Vorsitzende Dr. Sven Cluss, sei die Zukunft des DRK-Ortsvereins und damit eines großen Garantes für Sicherheit und Hilfe in der Not in Sindelfingen erheblich gefährdet.

Peter Bellinger und Rettungshündin Franka in Ruhestand verabschiedet

Welche Bedeutung der Verein hat, ging unter anderem aus dem Tätigkeitsbericht der Leiterin der Sanitätsbereitschaft, Birgit Bux, hervor. Die Zahl der Sanitätsdienste hat einen Höhepunkt erreicht. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Rotkreuz-Aktiven stünden die Durchführung von städtischen Festen wie dem Internationalen Straßenfest oder dem Feuerabend, aber auch von Sport- und kulturellen Veranstaltungen in den städtischen Hallen sowie der kostenlose Sanitätsdienst im Freibad infrage. Bei der Großschadensübung im Darmsheimer Tunnel demonstrierte die Schnell-Einsatz-Gruppe, dass innerhalb kürzester Zeit bei Schadensfällen hochkompetentes ehrenamtliches Personal in Notlagen da ist. Insgesamt kamen für die Sanitätsbereitschaft 18 000 Einsatzstunden zusammen.

Nicht minder beeindruckend sind die Zahlen der Rettungshundestaffel, die von Staffelleiter Sascha Gössel vorgetragen wurden. Mit einem Film veranschaulichte er die Arbeit der Rettungshundestaffel, die auf fast 16 000 Stunden für alle ihre Aktivitäten kam. Die Bereitschaft Rettungshundestaffel hat derzeit 21 aktive Mitglieder mit rund 20 Hunden. 24-mal wurden im vergangenen Jahr die Rettungshundeteams mit ihren tierischen Helfern zu Echteinsätzen gerufen. Das "Dream-Team" Peter Bellinger mit seiner Rettungshündin Franka wurde gebührend in den Ruhestand verabschiedet.

Die Arbeit der Bereitschaft Betreuung und soziale Dienste trug Tom Brückner vor. 2018 wurden in der Kleiderkammer 40 Tonnen Kleidung sortiert. Von dem Material sei nur 15 bis 20 Prozent verwertbar. An 39 Öffnungstagen wurden 14 100 Kleidungsstücke an bedürftige Menschen ausgeteilt.

Der neu gewählte Jugendleiter Uwe Schwartz erzählte mit Stolz, dass das Jugendrotkreuz neue Mitglieder gewonnen hat und nun 18 Kinder und Jugendliche betreut. Auch wurde letztes Jahr die Tradition der Pfingstfreizeiten reanimiert. Auch 2019 geht es wieder ins Zeltlager.

Das Jubiläumsjahr 2020 zum 100. Gründungstag des DRK-Ortsvereins Sindelfingen rückt mit großen Schritten näher. Wiebke Höfer gab einen Einblick in das, was der Ortsverein im Jubiläumsjahr geplant und bislang schon vorbereitet hat. Am 15. Mai 2020 ist in der Stadthalle ein Zeitspaziergang geplant, mit dem der Ortsverein von der Historie bis zum modernen Sanitäter im Rahmen eines Festabends vorgestellt wird.

Kassierer Wolfgang Bux berichtete, dass der Verein 2018 fast 30 000 Euro Überschuss erwirtschaftet hat. Angesichts der erheblichen Investitionen, die dem Ortsverein beim Vereinsheim, bei Fahrzeugen und Sanitätsmaterial ins Haus stehen, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Vorsitzende Sven Cluss und sein Stellvertreter Tom Brückner dankten einer Reihe von Jubilaren für ihren unermüdlichen Einsatz um das Wohl der Sindelfinger Bürgerinnen und Bürger: Judith Grund (fünf Jahre), Christian Haug (15), Martina und Susanne Mornhinweg (jeweils 20), Wolfgang Bux (35), Wolfram Bunk, Michael Majer (jeweils 40) und Walter Hamrik (65).

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