Mit der längsten Bibel beim Papst

Renningens Pfarrer Franz Pitzal vermittelt ein besonderes Geschenk für den Pontifex

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    Martin Wiedmann übergibt Papst Franziskus die längste Bibel der Welt Foto: red

Dass Martin Wiedmann die längste Bibel der Welt mit 3333 Bildern dem Papst bei einer Audienz in Rom übergeben konnte, hat Renningens Pfarrer Franz Pitzal eingeleitet. Pitzals Schreiben an Erzbischof Georg Gänswein ermöglichte es.

Artikel vom 26. Februar 2019 - 16:00

RENNINGEN (red). Die Begegnung hätte schon vor Weihnachten stattfinden sollen, die Übergabe war aber wegen der Renninger Krippe aufgeschoben worden. Bei der großen Mittwochsaudienz in der Aula Paul VI mit etwa 9000 Besuchern überreichte nun Martin Wiedmann dem Papst die Leporello-Bibel. Zuvor konnten etwa 30 Meter dieser Bibel in der Prima Fila, in der ersten Reihe bei der Audienz, ausgebreitet werden.

Papst Franziskus nahm diese Bibel mit großer Freude an, berichtet Pfarrer Pitzal. Sie trägt die Nummer 1. Weitere Exemplare dieser Bibel sind im Gutenberg-Museum in Mainz, in der Staatsbibliothek München, in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, im Bibliorama Stuttgart sowie im größten Bibelmuseum der Welt, dem Museum of the Bible in Washington D.C.

Die knapp 1,2 Kilometer lange Bibel besteht aus 19 Büchern und wurde in 16 Jahren (1984 bis 2000) von Willy Wiedmann, dem Vater von Martin Wiedmann, geschaffen. Nach dessen Tod entdeckte der Sohn das Werk in vier Alukisten auf dem Galeriedachboden. Er ließ alle 3333 Bilder digitalisieren und stellte diese einmalige Bibel zusammen. Ziel sei es gewesen, sagte Martin Wiedmann auch dem Papst, "die Bibel den Menschen weltweit zu erschließen, die weithin die Möglichkeit dafür nicht haben".

Pfarrer Pitzal war zuvor mit Martin Wiedmann und drei weiteren Begleitern zu einem anderthalbstündigen Gespräch in der Privatwohnung von Walter Kardinal Kasper. Unerwartet hat der Kardinal seine schwäbischen Gäste begrüßt. Es war für ihn laut Pitzal eine Genugtuung, sich in seiner schwäbischen Muttersprache zu unterhalten. Ausführlich ging man im Gespräch auch auf die große Missbrauchskonferenz im Vatikan ein. Der Kardinal erzählte auch persönliche Anekdoten und interessierte sich sehr für die weltweiten Aktionen, die von Renningen ausgehen. Er war schon in vielen Ländern der Welt, aber Grönland und Kirgisistan, wo Pfarrer Pitzal im letzten Jahr war, hat er noch nicht besucht. Ganz schnell besuchte Pfarrer Pitzal mit Martin Wiedmann noch die Redaktion des "Osservatore Romano", der Zeitung des Vatikans. Danach kam es auch noch zu einem Interview bei Radio Vatikan.

Bestens untergebracht waren die fünf Gäste aus dem Schwabenland bei den Tertiarschwester. Überallhin begleitete Schwes-ter Maria Michaela die Gäste. Dass es zu diesen Begegnungen überhaupt kommen konnte, dafür waren die Kontakte zu Schwester Eva Maria ausschlaggebend, die in Bolivien wirkt und nach Renningen schon jahrelange Beziehungen unterhält.

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