Ausstellung über Dreißigjährigen Krieg in Sindelfingen

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    Die Titelseite der Chronik von Johann Wilhelm Löher, sich im Archiv der Stadt Sindelfingen aufbewahrt wird Foto: red

Artikel vom 11. Februar 2019 - 14:36

SINDELFINGEN (red). Die Sonderausstellung "Tyrannisch und fürchterlich gehaußet" im Sindelfinger Stadtmuseum widmet sich einem der bedrückendsten Kapitel der Stadtgeschichte, das bislang in der Öffentlichkeit kaum thematisiert worden ist: dem Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648). Im Mittelpunkt steht die Chronik des Stadtschreibers Johann Wilhelm Löher, der ab 1623 in Sindelfingen gelebt hat. Drei Veranstaltungen runden das Bild, das er zeichnet, ab.

Der Historiker Michael Weber führt am Sonntag, 17. Februar, um 15 Uhr durch die Ausstellung. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Donnerstag, 21. Februar, um 18 Uhr liest Kulturamtsleiter Horst Zecha aus Daniel Kehlmanns Roman "Tyll". Kehlmann versetzt in seinem Roman die Figur des Till Eulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und schafft ein buntes Sittengemälde dieser Zeit - mit all ihren seelischen Verwüstungen durch Krieg und Gewalterfahrung. Horst Zecha liest Auszüge aus dem "Tyll". Auch diese Lesung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kirchenlieder von Paul Gerhardt und anderen Dichtern aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges versuchen, die verheerenden Kriegserfahrungen durchzuarbeiten, die das Lebensgefühl des 17. Jahrhunderts prägen wie nichts sonst. Um die Verarbeitung von Gewalterfahrungen im barocken Kirchenlied dreht sich eine Veranstaltung am Montag, 25. Februar, ab 19.30 Uhr mit Prof. Bernhard Leube, Pfarrer im Amt für Kirchenmusik in Stuttgart und Hymnologie-Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen. Die Veranstaltung ist mit der Liedzeile ". . . und der Menschen Herzen wend't, dass der Krieg gewinnt ein End!" überschrieben. Die genaue Betrachtung und das gemeinsame Singen von Liedern, auch solchen, die nicht im Gesangbuch stehen, münden an diesem Abend in die Frage, wie Krieg und Gewalt im zeitgenössischen geistlichen Lied aufgenommen werden. Diese Veranstaltung ist im Stiftshof. Sie ist ebenfalls kostenlos und ohne Anmeldung.

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