Solitude-Revival: Interview und Fotogalerie

Das Interview: Organisationsleiter Uwe Schiefer tut alles dafür, das diesjährige Solitude-Revival erneut zum Erfolg werden zu lassen

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Dass derzeit Winter die Straßen beherrscht und man an Rennspektakel nicht so recht denken mag, tangiert Uwe Schiefer (53) wenig. Der Organisationsleiter des Solitude-Revivals tut aktuell alles dafür, dass die Neuauflage am Wochenende des 20./21. Juli Hunderte Teilnehmende und Tausende Zuschauende anziehen wird.

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Solitude-Revival
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Artikel vom 31. Januar 2019 - 18:42

Von Siegfried Dannecker

Herr Schiefer, Hinweise in Medien und im Internet sagen seit Wochen, man könne schon Karten fürs Solitude-Revival im Juli in Leonberg kaufen. Sind Sie früh dran, oder braucht so ein Event eben eine lange Vorbereitung?

Beides. Wir sind als gemeinnütziger Verein ja froh, wenn wir schon im Vorfeld mit Einnahmen rechnen können für unsere Kalkulation. Die Veranstaltung verlangt umfangreiche Vorbereitungen - zum Beispiel, was die Straßensperrungen anlangt. Da sind schließlich vier Landkreise entlang der Strecke beteiligt: Ludwigsburg im Bereich Gerlingen/Krummbachtal, die Gemarkung Stuttgart im Bereich des Hotels Schatten, der Landkreis Esslingen im Bereich des Katzenbacher Hofs und der Kreis Böblingen im Bereich Glemseck.

 

Apropos Leonberg. Dessen OB Martin Kaufmann gilt als das, was Autobauer einen "Car Guy" nennen, also einen Motor(sport)fan. Man sagt, er fahre einen älteren Porsche.

Das habe ich auch schon gehört, weiß ich aber nicht genau. In jedem Fall ist der Oberbürgermeister Schirmherr unserer Veranstaltung. Da sind wir sehr froh drüber.

 

Sie selber sind Profi im Eventmanagement in der Autobranche und waren beispielsweise für Daimler bei der DTM aktiv und für die AMG Driving Academy. Wie kommen Sie jetzt zum Ehrenamt, Organisationsleiter zu sein?

Durch reinen Zufall. Ich fuhr mit meinem alten Triumph TR 5 Roadster rückwärts zur Garage hinaus, was mein Nachbar Thomas "Tom" Itte sah - und sofort wussten wir, dass wir dasselbe Hobby Oldtimer haben. Er war schon beim Solitude-Revival-Verein. Ich kurze Zeit später auch. Wir arbeiten hier als Organisationsleiter sehr gut Hand in Hand zusammen.

 

Fans schöner alter Rennautos kommen im Juli bestimmt wieder auf ihre Kosten. Vor allem auch mit dem ultimativen Stolz der Schwaben, den Porsches.

Ja klar. Beispielsweise einen Porsche 962 C oder einen Porsche 917/30 wie beim Solitude-Revival 2017 bekommt man ja nicht alle Tage zu Gesicht. Und auch nicht einen Porsche 550 Spyder, wie er durch James Dean berühmt geworden ist. Aber natürlich auch andere Fabrikate. Bei einem Bentley "Old Mother Gun" aus dem Jahre 1927 schnalzen Kenner schon mit der Zunge.

 

Klassiker mit einem Stern auf der Motorhaube vor den Sindelfinger und Stuttgarter Werkstoren wird es bestimmt auch reichlich zu sehen geben. Daimler ist doch wieder Sponsor, oder?

Nein, anders als noch 2017 leider nicht mehr. Bei den Daimler-Sponsoring-Aktivitäten werden derzeit wohl andere Schwerpunkte gesetzt. Das finden wir schade. Auch dass Bosch bisher nicht mit dabei ist, bedauern wir sehr. Trotzdem werden sicher viele Mercedes zumindest beim "Corso Classico" zu sehen sein, unserem Corso für Autos mit H-Kennzeichen.

 

Über welche Höhe von Sponsorenbeiträgen reden Sie?

Überschaubare Beträge - 10 000, 5000, ja auch schon 2000 Euro. Wir wollen mit dem Revival kein Geld verdienen. Unser Ziel ist es, Null auf Null rauskommen. Für den Fall eines Gewinns würden wir Überschüsse an die gemeinnützigen Vereine "Hoffnungsträger-Stiftung" und das "Seehaus" e.V. Leonberg abführen.

 

Sie wären also froh, Autozulieferer und -dienstleister oder auch andere Firmen sprängen noch in die Bresche?

Absolut. Wir benötigen als gemeinnütziger Verein ihre Unterstützung, um die Erinnerung an diese legendäre Rennstrecke wachzuhalten. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich noch weitere Sponsoren beteiligen würden.

 

Freiwillige Helferinnen und Helfer benötigen Sie auch noch?

Ja, zum Beispiel als Streckenposten oder als Einweiser im Fahrerlager. Für die 11,4 Kilometer lange Strecke brauchen wir über 100 Streckenposten, die immer im Duo unterwegs und über Funkkontakt miteinander verbunden sind.

 

Sicherheit wird großgeschrieben?

Unbedingt. Nur so dürfen wir auch Geschwindigkeitsbegrenzungen aufheben. Rennautos mit 60 fahren zu lassen, wäre ja wenig prickelnd. Dort, wo keine Zuschauer sind, dürfen sie 120 fahren.

 

Ein Rennen ist das Revival aber nicht - weder bei den Kraftfahrzeugen noch bei den Motorrädern und Motorradgespannen?

Sie sagen es. Es sind reine Demonstrationsfahrten. Es geht nur darum, die Solitude-Rennstrecke nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern das Rennfieber und die Erinnerungen alle zwei Jahre zu reaktivieren. Das gelingt. Zuletzt zählten wir in unserem Veranstaltungszentrum am Glemseck 10 000 zahlende Zuschauer und geschätzt nochmal 5000 weitere Zuschauer an den Passagen, die sogar kostenfrei sind.

 

  Karten fürs Solitude-Revival 2019 gibt es für 18 Euro im Vorverkauf und für 23 Euro an der Tageskasse (Kinder bis einschließlich 15 sind frei). Weitere Infos unter http://www.solituderevival.com
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