Die Sindelfinger Wissenstage haben begonnen

Sponsoren freuen sich auch auf "Jugend forscht"

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Wenn das neue Jahr gerade so begonnen hat - dann ist jeweils auch Zeit für die Sindelfinger Wissenstage. Noch bis zum 5. April lockt die zwölfte Auflage des Klassikers mit 100 Programmpunkten. Wie die ultimative Handyhülle aussieht ist dann ebenso Thema wie die Frage, warum Hunde heulen und hecheln.

Artikel vom 30. Januar 2019 - 08:00

Von Siegfried Dannecker

SINDELFINGEN. Teilnehmen an den kostenlosen Veranstaltungen zahlreicher Sindelfinger Anbieter kann jeder - Neugier genügt. Spaß sei garantiert, sagte der Sindelfinger Stadtchef bei einer Pressekonferenz - als ob Bernd Vöhringer angesichts der Offerten selber gerne nochmal Kind wäre.

Nun ja, die Sponsoren und Partnerfirmen der Wissenstage wecken eben den Wissensdrang. Beispielsweise zeigt Optiker Mezger, wie das Brillenglas in die Fassung kommt. Mit dem Vogelzentrum kann man auf die Pirsch gehen oder in der Kläranlage das Abwasser mikroskopieren. Die Sindelfinger Wissenstage-Projektleiterin Marisa Di Dio-Marold rechnet mit einem Riesenansturm der Kinder und Jugendlichen, wenn in diesem Jahr das runde Dutzend der jährlichen Reihe voll ist. "Neugier macht Ideen!" lautet das Motto. Und neben bekannten und bewährten Partnern - in Summe 40 - machen ein paar neue mit. Der Automobilzulieferer Hella beispielsweise im Mittelpfad zeigt sein Entwicklungszentrum und bietet einen Workshop rund um die Autobeleuchtung an. Auch RAS Reinhardt-Maschinenbau öffnet seine Türen und das Schauwerk seine Hallen für das Thema Lichtmalerei.

Die Mädels muss man noch ein wenig zur Teilnahme motivieren

Einer Hightech-Stadt stehen die Wissenstage gut zu Gesicht, fand OB Bernd Vöhringer beim Pressegespräch. Der "Fun-Faktor" der Themen zum Jahresbeginn sei oft unterschiedlich. Bei "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren", die am 22. Februar in die Präsentationsphase in der Stadthalle gehen, sei er aber immer außerordentlich hoch: "Da sieht man jugendlichen Stolz und leuchtende Kinderaugen."

Lia Hasenmaier, Wettbewerbsleiterin und Lehrerin am AEG in Böblingen, freut sich, diesmal so viele Projekte wie noch nie präsentieren zu können: 60 Stück. Da sei viel Überraschendes dabei - von der automatischen Fahrradklingel über den digitalen Rückspiegel bis zur intelligenten Arbeitslampe, die den Bewegungen ihres Nutzers folgt, statt starr zu bleiben. Auch ein sprachgesteuerter Getränkeautomat soll auf die Besucher(innen) Eindruck machen.

Froh ist Lia Hasenmaier, dass der Mädchenanteil bei den Teilnehmenden nach einem Einbruch im letzten Jahr wieder bei 47 weiblichen Köpfen liegt. Was 30 Prozent entspricht und damit mehr ist als der Frauenanteil im Landtag (26 Prozent). Aber immer noch zu wenig. "Wir werben dafür, dass die Mädchen, die sich mitunter schwerer für Technik und Naturwissenschaften motivieren lassen, aus ihren Verstecken herauskommen", sagt Lia Hasenmaier. Leicht sei das nicht. Aber der Mühe wert. Wobei das weibliche Vorbild von Vorteil ist, wie man am "Albert Einstein" sieht. Lehrerin Lia Hasenmaier hat an ihrer MINT-AG (die Versalbuchstaben stehen für Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) "aktuell mehr Mädchen als Jungs".

Die Jugend-forscht-Hauptsponsoren Stadtwerke Sindelfingen und Vereinigte Volksbank sind wieder an Bord und auch die drei Co-Sponsoren Faulhaber in Schönaich, die Akka-Group in Sindelfingen und Philips Medizinsysteme in Böblingen sagen, dass sie für den Wettbewerb gerne Geld geben. Zumal sich für die Unternehmen auch Umwegrenditen ergeben in Form von Werbung und Imagewirkung bei denen, die technische oder naturwissenschaftliche Fächer ergreifen oder studieren wollen.

Obwohl nur acht Kilometer von Sindelfingen weg, kenne nicht jeder die Mikromotoren-Firma Faulhaber, sagt Bereichsleiter Einkauf, Jochen Hasenmaier. Das 600 Leute starke technologiegetriebene Mittelstandsunternehmen könne sich über diese Plattform bekannt machen. Hasenmaier kennt und schätzt den "Jugend forscht"-Wettbewerb. Forschung heiße, auch mal zu scheitern und sich durchbeißen zu müssen.

Wer diese Energie und Frustrationstoleranz aufbringt, kann es aber weit bringen. Wie Jonas Menken und Marc Eisenhardt. Die beiden "Dualen Studenten" - zwei von sechs bei Philips-Medizintechnik in Böblingen - haben schon auf dem Jugend-forscht-Siegertreppchen gestanden. Bernd Gärtner, Philips-Ausbildungsleiter, ist um solche Käpsele froh, machten sie doch Philips mit zu dem, was es sei: Weltmarktführer bei Patienten-Überwachungs-Systemen. Gärtner: "Jeder zweite Patientenmonitor auf der Welt kommt von Philips aus Böblingen!" Man brauche an der Herrenberger Straße weiterhin frische Ideen und Innovationen.

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