Ein bisschen Burundi in Weil der Stadt

Die Fairtrade-Stadt präsentiert in 15 Geschäften afrikanische Lebensweise

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    Bürgermeister Thilo Schreiber, Hildegard Hornung vom Eine-Welt-Laden und Wolfgang Fischer von der Fairtrade-Steuerungsgruppe Foto: red

Artikel vom 04. Januar 2019 - 17:30

WEIL DER STADT (red). Weil der Stadt - seit 2014 als "faire Handelsstadt" zertifiziert - zeigt die Landes-Ausstellung "Burundi". Burundi ist das Partnerland von Baden-Württemberg. Produkte aus Burundi gibt es vor allem im Eine-Welt-Laden. Aber in 15 Geschäften in Weil der Stadt und Merklingen sind ab 19. Januar zwei Wochen lang Infotafeln aufgestellt.

In der Stadt ist die Steuerungsgruppe "Fairtrade Town" unter der Leitung des Stadtrats Wolfgang Fischer für Ideen, Bildungsoffensiven und Werbung für einen fairen Umgang mit Produzenten zuständig. Neben der Stadt und vielen Geschäften sind auch Schulen, Kirchen und Vereine eingebunden. So fanden bereits mehrmals Theatertage zum Thema "fairer Handel" statt, viele Vereine nehmen für Jubiläen faire Geschenke und noch mehr Geschäfte bieten in Weil der Stadt laufend mehr als zwei fair gehandelte Produkte an. Genauso viel Wert wird auf die Unterstützung regionaler Produzenten gelegt.

Auf 15 Plakaten werden Themen wie die Bedeutung der Landwirtschaft, die Stellung der Frau, die junge Gesellschaft, burundische Erzeugnisse wie Kaffee und die reiche Kultur des Landes behandelt und mit Erfolgsgeschichten aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit veranschaulicht. "Damit das nicht zu theoretisch wird", erzählt Hildegard Hornung vom Eine-Welt-Laden, "kann bei uns Kaffee und Espresso aus Burundi verkostet und gekauft werden. Wir garantieren, dass faire Preise an die Kaffeebauern gezahlt werden." Burundi ist ein armes Land. Nur 30 Prozent haben einen Grundschulabschluss. "Ohne Bildung aber kein Wohlstand. Deshalb ist es für uns so wichtig, oft nur mit geringen Mitteln die richtigen Voraussetzungen zu schaffen", meint Fischer. Wer ausreichend bezahlt wird, schickt seine Kinder in die Schule und nicht zur Arbeit. Die wenigsten wissen, dass in Burundi ein höherer Prozentsatz an Menschen arbeitet als in Deutschland. Man bekommt nur fast nichts dafür bezahlt.

Bürgermeister Thilo Schreiber freut sich als Schirmherr über diese Aktion. Er bedankt sich auch bei Jutta Wastl, Inhaberin des gleichnamigen Modegeschäfts und aktives Mitglied in der Steuerungsgruppe. Sie bietet neben entsprechender Mode auch fair produzierten und gehandelten Schmuck an und kennt sich aus: "Die Kontakte zu den Geschäften habe ich über den Gewerbeverein. Die entsprechenden Zusagen der benötigten 15 Läden, Info-Plakate aufzustellen, hatte ich schnell zusammen. Die meisten in Weil der Stadt stehen hinter dem Fairtrade-Gedanken."

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